Bibliothek als Ort der Begegnung
QUEDLINBURG/MZ. - Um möglichst viele an die Angebote der Bibliothek heranzuführen und Interesse dafür zu wecken, richten sich die geplanten Veranstaltungen an Menschen verschiedenen Alters. So ist am kommenden Freitag um 19.30 Uhr der Tatort-Autor Claus Cornelius Fischer zu Gast im Sitzungssaal der Kreisverwaltung in der Heiligegeiststraße 7. Der Autor liest aus seinem neuesten Buch "Und verführe uns nicht zum Bösen." Der Kriminalroman spielt im Gewürzhändler-Milieu in Amsterdam, und neben seiner Arbeit hat der Kriminalkommissar auch privat Bedrückendes zu bewältigen. "Besonders gespannt bin ich darauf zu erfahren, wie er seine Texte recherchiert", sagt Bibliotheksmitarbeiterin Katrin Nachtwey und hofft, dass er ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern wird.
Der Sonnabend steht von 10 bis 16 Uhr ganz im Zeichen eines Tages der offenen Tür, der neben der Bibliothek auch von der Volkshochschule Harz, der Kreismusikschule, der Lebenshilfe sowie vielen Einzelpersonen mitgestaltet wird. Nach der offiziellen Eröffnung musizieren Quedlinburger Musikschüler, und Christina Biller lädt im Anschluss an das Eröffnungskonzert alle Freunde der Musik zu einer offenen Unterrichtsstunde ein. Gegen 10.30 Uhr lesen Mitbürger aus China, Schweden und dem Libanon im Einstein-Raum des Carl-Ritter-Bildungshauses "Märchen aus 1000 und einem Land". "Wir wollen damit zeigen, dass wir offen sind für die Vielfalt der Kulturen, die wir hier haben", so die Bibliotheksleiterin.
Gegen 11.15 Uhr wird die Quedlinburger Kinderbuchautorin Christa Schier in der Kinderbibliothek aus ihrem Buch "Denk mal, ich wohne in 'nem Denkmal" lesen, und um 13 Uhr stellt Gerhard Heinlein vom Dachverband Bildungshaus Carl Ritter im Einsteinraum das Projekt zur Nutzung der Carl-Ritter-Schule als kulturelles Bildungszentrum vor. Um 14.30 Uhr lädt die Lebenshilfe Weddersleben in den Sitzungssaal in der Heiligegeiststraße zum Papiertheater ein, ehe die Kreismusikschule um 16 Uhr dort ein großes Herbstkonzert gestaltet. Den ganzen Tag über vor Ort ist auch die Quedlinburger Kinderärztin Dr. Ute Schreiber als Ansprechpartnerin für das Projekt "Lesestart".
Das Buch "Die Entdeckung der Langsamkeit" von Sten Nadolny steht im Mittelpunkt einer Lesung mit Jens Tramsen vom Nordharzer Städtebundtheater. Zu dieser wird am 27. Oktober um 19.30 Uhr in die Kreisbibliothek eingeladen. Am Dienstag stehen gleich zwei Veranstaltungen an: Um 14 Uhr laden Regina Palitzsch und Brigitte Kullik, zwei Mitarbeiterinnen der Bibliothek, zu einem heiteren Seniorennachmittag in die Awo-Begegnungsstätte in der Süderstadt ein. Zu hören sind Texte von Valentin, Busch und Roth. Um 19 Uhr hält Prof. Meredith McClain im Bildungshaus einen Vortrag zu Karl May und seinen Landschaften.
Am Mittwoch um 9 Uhr sind besonders die Kinder eingeladen, wenn Susanne Hessel vom Städtebundtheater die Geschichte vom "Regenbogenfisch" erzählt. Ehemalige Schüler und Lehrer der Carl-Ritter-Schule, aber auch Freunde guter Filme können sich auf die Filmveranstaltung am Mittwoch um 19.30 Uhr freuen, wenn im Sitzungssaal in der Heiligegeiststraße der Streifen "Die Wunderjahre" gezeigt wird. Ein Teil des Films ist in der denkmalgeschützten Carl-Ritter-Schule gedreht worden.
"Die Lesekampagne ist mit dieser Fülle von Veranstaltungen neu. Wir erhoffen uns eine gute Resonanz und möchten damit die Aufmerksamkeit auf unsere ständigen Angebote lenken", so Katrin Nachtwey, die den Rückgang der Nutzerzahlen mit Sorge betrachtet, aber davor warnt, nur die Zahlen und nicht die Umstände zu sehen. Etwa 1 000 Menschen nutzen die Bibliothek mehr oder weniger regelmäßig, und natürlich würden sich die Bibliotheksmitarbeiter eine kontinuierliche Erneuerung der Bestände wünschen, die bei fünf bis acht Prozent liegen sollte. "Doch die Hoffnung auf eine schnelle Verbesserung der finanziellen Situation ist klein", so die Leiterin, die sich deshalb über Unterstützer wie die Buchhandlung Pfeifer oder die Harzsparkasse freut.