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Ballenstedt Ballenstedt: Palliativstation feierlich eröffnet

Von KERSTIN BEIER 16.04.2009, 16:29

HALLE/MZ. - Dr. Annegret Wuth, die die Station als Oberärztin leitet, bezeichnete es als ein Kernbedürfnis des Menschen, in schwerer Krankheit nicht alleingelassen zu werden und nicht allein zu sterben; wenngleich es das Ziel der Palliativmedizin ist, die schwer- bzw. unheilbar kranken Menschen mit Hilfe der entsprechenden Therapie wieder nach Hause in ihre gewohnte Umgebung zu entlassen. Es geht darum, die Lebensqualität der Patienten in der letzten Lebensphase mit Hilfe der Mittel und Erkenntnisse zu verbessern, die heute zur Verfügung stehen. Diesem Thema widmete sich auch ein Vortrag von Professor Dr. Friedemann Nauck von der Uniklinik Göttingen, der nicht zum ersten Mal Referent in Ballenstedt war. Er gehört zu den führenden Palliativmedizinern Deutschlands und hatte bei einem Ballenstedt-Besuch vor Jahren versprochen, zur Neueröffnung wiederzukommen. Sein Vortrag war eingebettet in eine Festveranstaltung zur Übergabe der neuen Station. Dazu eingeladen waren neben dem Träger, der Stiftung Neinstedter Anstalten, auch Partner wie Vertreter der Krankenkassen, Pflegedienste, niedergelassene Ärzte sowie Vertreter der Kirche und der Hospizbewegung Sachsen-Anhalts. Ein besonderer Tag war der Mittwoch auch für Dr. Jörg-Friedemann Fischer, der bis vor zwei Jahren Chefarzt der Lungenklinik Ballen

stedt war und das Projekt Palliativstation an der Lungenklinik gemeinsam mit der damaligen kaufmännischen Geschäftsführerin Frau Juschkat auf den Weg gebracht hat. In seinem Festvortrag hielt er Rückschau auf 25 Jahre Palliativmedizin in Deutschland und auf sieben Jahre Arbeit dieser Fachrichtung an der Lungenklinik in Ballenstedt. 2002 sei der Anfang gemacht worden mit einer ersten kleinen Station mit drei Betten, die später auf sechs Betten erweitert wurde. Der Anfang sei schwierig gewesen, weil die ersten Palliativbetten zunächst in eine normale onkologische Station integriert werden mussten. Inzwischen habe sich ein stabiles Team gebildet, die Ausstrahlung sei gewachsen und gleichzeitig habe die Klinik in Ballenstedt ihr Angebot erweitert, was zu einer verbesserten Versorgung im Harz führte, stellte Dr. Fischer zufrieden fest.

Er lobte darüber hinaus die multiprofessionelle Behandlung in ihrem Zusammenspiel von Arzt, Pflege, Physiotherapie und Sozialarbeit sowie den 2006 gegründeten ambulanten Hospizdienst, der für die gesamte Region tätig wird.

Der Umbau einschließlich Palliativstation und neuer Endoskopie ist mit 2,5 Millionen Euro gefördert worden, berichtet Chefärztin Dr. Barbara Wagener stolz. Die neue Station mit acht Betten zeigt sich in warmen Farben. Orange ist vorherrschend, die Zimmer geräumig und freundlich. Eine gemeinsame Wohnküche für Patienten und Mitarbeiter soll den Austausch ermöglichen, ein geräumiges Bad erleichtert die Pflege. "Die Architekten haben sich hier wirklich was einfallen lassen", freut sich auch Oberärztin Wuth über die Arbeitsbedingungen. "Ich bin ganz glücklich."