Auf zum Fuchsberg

Von DETLEF ANDERS 18.10.2011, 20:43

QUEDLINBURG/MZ. - Die Kurgäste, die am frühen Sonntagnachmittag auf den Bänken am Bad Suderöder Markt die Herbstsonne genossen, staunten nicht schlecht darüber, dass mehrfach an ihnen Mountainbiker in rasantem Tempo vorbeifuhren. Die einen rasten die Brinkstraße talwärts in Richtung Bahnhof, die anderen bremsten scharf ab und bogen in Richtung Gernrode ab. Am Lenker hatten aber alle Mountainbiker Orientierungslaufkarten befestigt, auf denen 21 Punkte markiert waren.

Zum 20. Mal hatte der SV Wissenschaft Quedlinburg zum Harz-MTB-Orientierungsfahren eingeladen, einem fünfstündigen Orientierungsfahren für Zweierteams mit dem Mountainbike. Von der Gersdorfer Burg aus mussten die im Vorharz und Harz verstreut liegenden Punkte mit unterschiedlichen Wertigkeiten angesteuert und gefunden werden. Alle Punkte zu finden, war wie immer unmöglich. Wer an der Spitze ein Wörtchen mitreden wollte, musste versuchen, den am weitesten entfernten Posten auf Fuchsberg südlich von Breitenstein zu finden. Der allein brachte 75 der 495 möglichen Punkte. Alle anderen Posten hatten Wertigkeiten zwischen zehn und 30 Punkten. Und bei allem Rechnen am Start - die Teams mussten außerdem binnen fünf Stunden wieder auf der Gersdorfer Burg sein. Eine Zeitüberschreitung ergab Punktabzüge, bei mehr als 30 Minuten folgte sogar die Disqualifikation. Vier der 94 Teams, die aus ganz Deutschland angereist waren, hatte diesmal dieses Pech, die "Harzer Luchse", "Wadenkrampf" "de fixn ärpl" und die "Thüringer Genießer VIII" fielen aus der Wertung raus.

Weltmeisterin am Start

Selbst das am Ende siegreiche Team blieb von Punktabzügen nicht verschont. Mark Huster und Tobias Valenta vom Radsportteam SV Sachsen Werdau hatten die Spitzenpunktzahl von 420 gesammelt, mussten aber 13 Punkte wegen der achtminütigen Zeitüberschreitung wieder abgeben. Die Vorjahresfünften hatten am Ende 23 Punkte Vorsprung vor Nils Schmiedeberg sowie Falk Wenzel und 27 vor dem besten Mixed-Team, in dem mit der aus Dresden stammenden Kielerin Anke Dannowski immerhin die erste und bislang einzige Weltmeisterin im Orientierungssport an der Seite von Felix Breske fuhr.

"Aller guten Dinge sind Drei" nannte sich das Team der erneut besten Harzer Mannschaft. Der Quedlinburger Jeff Kammerad verpasste mit seinem aus Magdeburg stammenden Partner Karsten Bombach jedoch den dritten Sieg. Sie wurden Siebente.

"Wir sind sehr zufrieden mit dem Rennen", erklärte Kai Quandt, der mit Göran Wendler vom ersten Rennen an die Fäden mit in der Hand hielt und mit Falk Schultze-Motel das Rennen wieder auf die Beine stellte. Nur dass am Ende ein 150 Euro teurer Posten am Friedrichsbrunner Forsthaus Uhlenstein verschwand, ärgerte sie.

Drei Namen stehen übrigens seit 1992 in jedem Jahr in den Ergebnislisten des Harz-MTBO: Heiko Gossel, der in Dresden lebende Bruder von Quandt, Michael Höfer, der aus Quedlinburg stammt und heute in Leipzig lebt, und "Klaus Raymund". Der Quedlinburger Extremsportler Klaus Raymund persönlich konnte jedoch bei der 20. Auflage nicht dabei sein. Er musste arbeitsbedingt nach Namibia reisen, berichtete Quandt und erklärte, dass daraufhin Mario und Kathrin Weichelt aus Thale sich als Team "Klaus Raymund" in die Startlisten eintrugen.

Kartoffeln ohne Abnehmer

"Über 110 und noch schnell", diesem Teamnamen wurden die Wehrsdorfer Orientierungssportler Harald Männel und Dietmar Fremder gerecht. Sie wurden als Neunte der Gesamtwertung bestes Seniorenteam. Für die Quedlinburgerinnen Catherine Wegener und Katarina von Koch gab es den Pokal für das beste Frauenteam. Den obligatorischen Sack Kartoffeln für das Team mit der schlechtesten Punktwertung wollten sich die "Gewinner" in diesem Jahr allerdings nicht abholen. Die betreffenden Magdeburger hatten bei ihrer ersten Teilnahme nur einen Posten mit zehn Punkten ordnungsgemäß registrieren lassen, berichtete Quandt.

Alle Ergebnisse, Karten, Fahrtrouten einiger Teilnehmer und Fotos gibt es unter www.ramberg-ol.de