Aegidiikirchhof Aegidiikirchhof: Alte Wege neu gepflastert

quedlinburg/MZ - „Wir haben die vorhandenen alten Wege erhalten und die Straße entsprechend gepflastert“, sagte Planer Lars Deuter am Donnerstag bei der Übergabe der Straße im Aegidiikirchhof in Quedlinburg. Das sehe nicht immer logisch aus. Da könne die Denkmalpflege noch erkunden, warum die Wegebeziehungen einstmals so bestanden haben. Der Planer dankte wie Bürgermeister Eberhard Brecht (SPD) für die gute Zusammenarbeit der beteiligten Akteure, dem Zweckverband Wasserver- und Abwasserentsorgung Ostharz und den Stadtwerken sowie der Quedlinburger Firma Partnerbau.
Die Arbeiten waren im Herbst vergangenen Jahres angelaufen. Durch den langen Winter lag die Hauptarbeitszeit aber in den Monaten April bis September dieses Jahres. Es wurden zunächst neue Ver- und Entsorgungsleitungen für den Zweckverband Ostharz und die Stadtwerke in die Erde gebracht. Dazu gehörten auch neue Hausanschlüsse. In der zum Teil engen Straße gestalteten sich die Arbeiten nicht immer einfach. Die Baustelle erstreckte sich über eine Länge von etwa 230 Metern.
Immer mehr Besucher in diesem Satdtteil
Der Straßenabschnitt zwischen Heidfeldstraße und Schmaler Straße wurde jetzt durchgehend gepflastert. Zuvor gab es einen unbefestigten Bereich und ein insgesamt marodes Pflaster. Nach Regenperioden stand das Wasser immer wieder in großen Pfützen in der Straße. Dies hat jetzt ein Ende. Kirchmeister Frank Mente hob das Einvernehmen mit der Stadt hervor: „Uns gehört ein Teil der Fläche und entsprechend haben wir uns auch an den Kosten beteiligt.“ Er erinnerte daran, dass die Aegidiikirche seit 2010 durch einen Förderkreis zu neuem Leben erweckt wird. So kämen immer mehr Besucher auch in diesen Teil der Stadt. Da sei es gut, dass das Umfeld nun neu gestaltet wurde.
Doch auch für die Anwohner hat sich die Situation verbessert, unter anderem werden von der Kirche fünf Pkw-Stellplätze vermietet. Und das Umfeld kommt den Sanierungsbemühungen entgegen, die sich langsam in diesem Bereich auch bei den großen Fachwerkhäusern entwickeln, denn der Straßenbau wertet den Bereich deutlich auf.
Umgestaltung kostete 215.000 Euro
Eberhard Brecht erinnerte daran, dass in den ostdeutschen Kommunen nach 1990 deutlich in die Infrastruktur investiert wurde. In Quedlinburg seien dabei - um das Welterbe zu erhalten - vor allem Mittel in den Erhalt der historischen Bausubstanz gesteckt worden. Bei den Straßen, obwohl sich hier auch einiges getan habe, gebe aber noch einen Nachholbedarf. „Da wünschte man sich schon einen Lotto-Gewinn, um weiter schnell sanieren zu können“, sagte der Bürgermeister. Zu den Problemstraßen gehörten unter anderem der Augustinern und die Reichenstraße. Der Aegidiikirchhof sei für die Sanierung ausgewählt worden, da hier nach einer Havarie die Trinkwasserversorgung gefährdet gewesen sei. Der fehlende Straßenaufbau habe auf die Leitungen gedrückt.
Insgesamt kostete die Umgestaltung des Aegidiikirchhofs mit dem Einbringen der Ver- und Entsorgungsleitungen in die Erde rund 215 000 Euro. Der Eigenanteil von Stadt und Kirche, der von beiden Seiten jeweils zur Hälfte getragen wurde, betrug etwa 30 Prozent. Der Hauptteil speiste sich aus Fördermitteln.