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Spektakuläre Aktion in Schönburg Super-Horst für Storch - Naturschützer, Feuerwehr und Dachdecker im Einsatz

Auf einem Masten direkt am Saale-Radweg in Schönburg entsteht ein neues Zuhause für einen Storch - dank des Einsatzes vieler.

Von Michael Heise 27.02.2025, 14:09
Neues Zuhause für künftigen Storch: Kran-Einsatz für den Super-Horst  von Schönburg. Auch die Feuerwehr ist mit dabei.
Neues Zuhause für künftigen Storch: Kran-Einsatz für den Super-Horst von Schönburg. Auch die Feuerwehr ist mit dabei. (Foto: Karsten Stützer)

Schönburg - Wer sich ein bisschen auskennt, der weiß, ein Storch lässt sich zum Brüten nicht überall nieder. Er ist anspruchsvoll. Am besten viel Agrarland, feuchte Wiesen, damit er dort auf Beutezug gehen kann. Laut Nabu braucht ein Tier pro Tag 500 Regenwürmer oder 16 Mäuse, was nicht gerade wenig ist. Und dann muss ihm natürlich der Horst passen. Nicht der Nachbar um die Ecke, sondern das Nest. Das wissen auch zwei Sängerinnen des Gemischten Chores Schönburg.

Bleibe direkt am Saale-Radweg

Sie entsannen sich des Horstes auf einem Mast direkt am Saale-Radweg, der im letzten Jahr nur für ein paar Tage von Meister Adebar besucht war, die Jahre davor gar nicht. Die Bleibe schien also nicht besonders attraktiv. Die Damen hatten gelesen, dass man sich behelfen könnte, nämlich mit weißen Farbklecksen auf dem Geflecht, damit es so aussieht, als wäre da schon wer zu Hause.

Sie unterbreiteten ihre Gedanken Bürgermeister Karsten Stützer und der wiederum der Kreis-Naturschutzbehörde. Und siehe da, Hans Mundt, seines Zeichens ehrenamtlicher Naturschutzbeauftragter aus Weißenfels, hatte nicht nur einen nagelneuen Horst aus Weidenzweigen – drahtverstärkt und heugepolstert – parat, sondern diesen sogar mit gewünschtem Anstrich. Storchenherz, was willst du mehr?

Blick auf das Nest, das aus Weidenzweigen besteht.
Blick auf das Nest, das aus Weidenzweigen besteht.
(Foto: Karsten Stützer)

Damit der Super-Horst nun auf seinen gewünschten Platz in zwölf Metern Höhe kommt, wurde bei Dachdeckermeister Jens-Norbert Schmidt angeklingelt, ob er nicht seinen Kran bereitstellen könnte. Er tat es, unentgeltlich. Auch die Verwaltungschefin der VG Wethautal, Kerstin Beckmann, spielte mit. Sie konnte die Feuerwehr für einen kleinen Einsatz gewinnen. Mensch und Material waren also gesichert.

Nur einer fehlt noch - der Storch selbst

Mittlerweile ist der Horst an seinem Platz, und wahrscheinlich einer der schönsten weit und breit. Unübersehbar sowieso. Was noch fehlt, sind Störche, die das unschlagbare Angebot annehmen. Aber der Winter macht sich ja gerade erst dünne. Das wird!