Städtepartnerschaft Städtepartnerschaft: Großes in Zeit kleiner Schritte

Naumburg - Obwohl sie nun älter sind: Leiser geworden sind sie auf keinen Fall. Noch immer treffen sie sich mit ihren Instrumenten im Probenraum, noch immer spielen sie ihre Mucken. Wenn „Suzie Q.“ am Sonnabend in der „Taverne zum elften Gebot“ am Naumburger Dom aufspielt, dann haben die Musiker rund um Sänger und Gitarrist Dirk Pauli auch 20 Jahre Bandgeschichte hinter sich gebracht und eine Menge zu erzählen. Von ihrem Konzert als Vorband der legendären Gruppe „Uriah Heep“ 1996, von ihrem Auftritt an der Seite von Olaf Schubert in Berlin oder Konzerten bei Bikertreffen, so auch beim Motorradfest im tschechischen Brno. Auch an Studioaufnahmen damals im Jugendzentrum „Otto“ erinnert man sich gern. „Wir haben noch immer Spaß an der Musik und am Zusammenspielen“, sagt Pauli.
Jetzt stehen jährlich fünf bis sechs Konzerte im Kalender. Zudem ist der wöchentliche Probentreff Pflicht, zu dem das Quintett in der Domstadt zusammenkommt. „Das reicht uns. Früher hatte wir mehr Auftritte und Stress. Dabei hatten wir in Naumburg keinen leichten Stand“, blickt Pauli zurück. Neben Naumburg - das Altstadt-Köpi in der Engelgasse war einst Stammkneipe -, hat die Band ein treues Publikum in Thüringen, in Hamburg und dank des Regisseurs Uli Hoch auch in Berlin. Gerade in den Großstädten sei das Publikum anders, meint „Suzie Q.“-Urgestein Detlef Krumbholz, der in der Taverne zum Jubiläumskonzert wieder dabei sein wird: „Sie sind begeisterungsfähiger, offener und hören besser zu.“
Die Band war 1993 aus der Frank-Schumaier-Band heraus entstanden. Bis heute haben sich Dirk Pauli, Axel Jacob (Gitarre), Sven Siller (Bass), Jörg Fischer (Schlagzeug) und Jürgen Perl (Saxofon) dem Rock, Rock’n’ Roll und dem Blues verschrieben. Der Anteil gecoverter Titel ist im Vergleich zu eigenen Liedern gering. Wenn man sie nach Vorbildern fragt, fallen die Namen Rolling Stones und Neil Young. „Aus seiner Crazy-Horse-Zeit“, fügt Pauli noch hinzu. In den zwei Jahrzehnten haben die Männer eine längere Bandpause überstanden, vor allem bei den Drummern ein Kommen und Gehen erlebt. Man habe zudem „etwas runtergefahren“ und sei akustischer geworden, meint Pauli. Dem eigenen Stil sei man indes im Großen und Ganzen treu geblieben.
Dass sie nie den Sprung ins Profi-Geschäft wagten, sondern alle ihre bodenständigen Berufe ausüben, macht sie nicht traurig. Etwas wehmütig sind sie nur, dass die Blütezeit der Bands und die Stimmung in Naumburg, wie es sie einst vor allem in den 90er Jahren gegeben hat, der Vergangenheit angehören. Wenn dann aber Sonnabend „Strawberry Ice“, „Sympathy for the Devil“ oder „Mädchen komm“ erklingen, ist das ein Stück Naumburger Musikgeschichte, die wie der Rock’n’ Roll noch immer verdammt lebendig erscheint.
Das Jubiläumskonzert zum 20. Geburtstag der Naumburger Band „Suzie Q.“ findet am kommenden Sonnabend, 24. August, in der „Taverne zum elften Gebot“ am Dom in Naumburg statt. Die Veranstaltung soll um 20 Uhr beginnen. Der Eintritt zu diesem Konzert ist kostenfrei.