Realistisches Bild vom Beruf
Naumburg. - Ein realistisches Bild von den Berufen zu vermitteln ist das Hauptanliegen des seit 2007 laufenden Brafo-Projektes. Die Schüler aus den 7. und 8. Klassen könnten dabei erkunden, ob ein Beruf ihren Vorstellungen entspricht, womit auch Fehlentscheidungen bei der Wahl der Ausbildung vermieden würden, so IEB-Geschäftsführerin Karin Bürgel während einer Gesprächsrunde mit Staatssekretär Thomas Pleye, dem Merseburger Arbeitsagenturchef Dr. Gert Kuhnert sowie Vertretern von Ausbildungsbetrieben und Schulleitern der beteiligten Bildungsstätten. Im Einzugsgebiet der Naumburger IEB-Filiale, die das Modellprojekt gemeinsam mit der Bildungsvereinigung Arbeit und Leben sowie der VHS-Bildungswerk durchführt, sind das die Naumburger Humboldt- und Albert-Schweitzer-Schule, die Bad Kösener Borlachschule sowie die Sekundarschulen Bad Bibra und Freyburg II.
Auch der Gast aus Magdeburg betonte die Notwendigkeit einer frühzeitigen Berufsorientierung, die sowohl für die Schüler als auch für Ausbildungsbetriebe von Vorteil sei. "Immerhin liegt die Abbrecher-Quote in der Berufsausbildung im Land bei rund 24 Prozent", bilanzierte Pleye. Besonders hoch ist sie bei Wunschberufen wie bei den Friseuren. Wegen falscher Vorstellungen von den Anforderungen des Jobs würden hier sogar vier von zehn Azubis ihre Lehre abbrechen. Der Staatssekretär hofft, dass das vom Land mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds anteilig zur Hälfte finanzierte gemeinsame Modellprojekt mit der Arbeitsagentur auch nach 2009 fortgeführt werden kann.