Kein Anschluss unter eigener Nummer
bad kösen. - Sie zog am 25. November 2011 nicht ans Ende der Welt, sondern nur von einem Haus in ein anderes in der gleichen Straße in Bad Kösen. Und doch ist Birgit Segieth - abgesehen von ihrem Handy - von der Außenwelt abgeschnitten, was die moderne Kommunikation auf technischem Wege betrifft.
Obwohl sie ihren Umzug dem Telefonanbieter Alice gemeldet und entsprechende Unterlagen ausgefüllt ihm zugesandt hatte, ist der Anschluss in ihrem neuen Heim bis heute nicht freigeschaltet worden. So kann sie weder über das Festnetz telefonieren noch das Internet nutzen. Eigentlich sollte alles ab dem 15. Dezember wieder funktionieren. "Der Termin wurde abgesagt, weil die Telekom die Freischaltung abgelehnt hätte", erzählt die 54-Jährige, die einst von Telekom zu Alice gewechselt war und ihre Telefonnummer behielt. Auf Anfrage von Tageblatt / MZ erklärte die Telefónica Germany GmbH, zu der Alice gehört: "Dieser Umzug wurde mehrfach systemseitig verworfen, da Angaben fehlten." Von fehlenden Angaben wiederum weiß die Kundin nichts. Nach der ersten Terminabsage suchte sie immer wieder Kontakt zum Anbieter - über die Hotline. "Ich rief öfter vom Telefon meiner Mutter aus an und war teils 45 Minuten am Hörer", erzählt sie. Inzwischen hätte ihre Mutter 50 Euro Telefonkosten mehr als üblich. Gebracht hätten die Anrufe nicht viel.
Nachdem der erste Termin abgesagt worden war, sollten am 10. Januar Techniker vorbeikommen. "Ich habe sehnsüchtig gewartet, aber keiner kam", so Birgit Segieth, die erwerbsunfähig und somit Rentnerin ist. Als sie sich bei Alice nach dem Verbleib der Techniker erkundigte, hieß es, dass diese sie nicht angetroffen hätten. Nun wurde der 18. Januar vereinbart. Kurz nach dem Telefonat erhielt sie eine SMS, dass der Termin auf den 24. Januar verschoben werden müsse.
Schnell ereilte Birgit Segieth jedoch Post von Alice, als sie für Dezember die 35 Euro Grundgebühr nicht bezahlte. Das Inkasso-Büro forderte sie auf zu zahlen. Das tat sie. Auf Anfrage von Tageblatt / MZ, warum die Frau für eine nicht erbrachte Leistung zahlen muss, teilte das Unternehmen mit: "Wir haben die Kundin bereits mit mehreren Gutschriften und Hotlinekosten und zusätzlich zwei Grundgebührbefreiungen entschädigt." Da staunte Birgit Segieth, denn von alledem habe sie nichts erhalten. Ihr sei erst nach dem Anruf von Tageblatt / MZ bei dem Telefonanbieter von diesem mitgeteilt worden, dass sie so entschädigt werden soll.