Broschüre Broschüre: Rückblick bis 1913

Naumburg - Das Hackerbräu ist eine reine Männer-Domäne - was Stammgäste betrifft? Georgia Thiem und Angelika Sander, die es sich bei blau-weißem Himmel auf dem Freisitz im Steinweg gemütlich gemacht haben, legen Widerspruch ein. Zu recht: Zählen doch beide Frauen bereits seit rund vier Dezennien zu den Stammgästen des Lokals. „Ich kenne das Hackerbräu schon seit meiner Pennezeit“, so Georgia Thiem, die die Gaststätte regelmäßig mit Mitschülern aufsuchte. Ähnlich Angelika Sanders, die sich hier mit Freunden aus der Jungen Gemeinde traf.
Gestern allerdings hatten die rund 100 Stammgäste des Hackerbräus sowie die Wirtsleute Petra und Henry Conrad gleich doppelten Grund zum Feiern. Stand doch nicht nur der 100. Geburtstag der als Mönchshof gegründeten Gaststätte an. Ebenso beging der Wirt selbst tags zuvor ein rundes Wiegenfest. Er wurde halb so alt wie sein Lokal. Und die teils über Jahrzehnte treuen Hackerbräu-Besucher ließen sich’s bei Freibier, das selbst gezapft werden konnte, ebenso wie mit Speisen vom kostenlosen Büfett mit Grillspezialitäten, wie Steaks und Rostern, Salaten oder Snacks, gut gehen.
Viele Teilnehmer dieses zur Geburtstagsfete umfunktionierten Sonntagsfrühschoppens waren von weither angereist, so Gerhard Semmler aus Regensburg. Der Verkaufdirektor der Hacker-Pschorr- Brauerei überbrachte die Glückwünsche seines Unternehmens und überreichte dem Geburtstagskind einen zünftigen Bierhumpen aus Ton sowie der Dame des Hauses einen Blumenstrauß.
Das Ehepaar hatte die Traditionsgaststätte, die es von Anfang an mit Unterstützung von Ines Matthes bewirtschaftet, 1991 als Pächter der bekannten Naumburger Gastronomen-Familie Kattler übernommen. Conrads knüpften nach der - zumindest was das namensgebende Getränk betrifft - langen Durststrecke in der DDR-Zeit gleich wieder die Geschäftsbeziehungen zur Hacker-Pschorr-Brauerei.
„Anfangs sind wir noch mit einem gemieteten Lkw nach Bayern gefahren und haben das Bier selbst abgeholt“, erinnert sich Petra Conrad. Später fand sich dann ein Zwischenhändler, der nun dreimal jährlich den großen Keller des Lokals mit den Fässern mit dem kühlen Blonden beliefert.