Umzug der Mersburger Johannesschule Umzug der Mersburger Johannesschule : Alle packen mit an

Merseburg - „Wir sind den Eltern so unendlich dankbar“, sagt Ines Verchow, Lehrerin an der Johannesschule in Merseburg, während sie Ulrich Real und Matthias Kreisel auf die Finger schaut. Der eine setzt die Bohrmaschine unterhalb der Klassenzimmer-Tafel an die Wand, der andere ist dem Bohrer mit dem Staubsauger auf den Fersen, um bloß nicht nicht wieder alles schmutzig werden zu lassen. Beide sind Väter von Kindern, die hier ab dieser Woche unterrichtet werden sollen. Wie viele andere Angehörige packen sie freiwillig mit an, damit die Schule nach den Ferien ordnungsgemäß starten kann.
In Rekordzeit ist die Johannesschule nämlich umgezogen. Von den beengten Räumlichkeiten in der Von-Harnack-Straße ging es nun in das Gebäude der ehemaligen Berufsschule in der Lessingstraße. Am Donnerstag soll hier der Alltag Einzug halten, auch eine große Einweihungsparty soll es geben. „Ohne die ganzen fleißigen Helfer, wäre der Umzug nicht so einfach gewesen“, meint Verchow und geht weiter über den Flur der neuen Johannesschule. Im ganzen Haus hört man es noch hämmern und bohren. Baumaterial liegt im Treppenhaus, Staub fliegt überall durch die Luft. Nach einem Schulhaus sieht es hier noch nicht aus.
„Wir haben uns bewusst dafür entschieden, am Freitag solange wie möglich zu arbeiten und dann am Wochenende freizumachen“, sagt sie. So könnten alle Kraft tanken, um die letzten Tage voll durchzuziehen. Während die Lehrer im obersten Geschoss zu einer ersten Besprechung zusammenkommen, brummt draußen ein großer Kran. An seinem Haken hängen tonnenschwere Stahlteile für den zweiten Fluchtweg, der an einer Giebelseite montiert wird. Gefertigt wurde die Treppe von einem Bad Dürrenberger Unternehmen.
Da die Turnhalle vorerst noch nicht von den Schülern genutzt werden kann, gibt es einen Sportraum. Der Andachtsraum ist fast fertig, die Aula entsteht im Untergeschoss, dort soll auch die Schulspeisung organisiert werden. Während dort noch die Arbeiter ein und aus gehen, schrubbt Angelika Schröter zwei Etagen höher in einem fast fertigen Klassenzimmer die Tische. „Meine Tochter ist kürzlich umgezogen, das war schon viel Arbeit“, erzählt sie. Sie konnte sich gut vorstellen, dass diese bei einer ganzen Schule noch viel gewaltiger ausfällt und erklärte sich sofort bereit, mitzuhelfen. Am Freitag war sie mit ihrer Enkelin in der Schule unterwegs, um hier und da zu putzen, zu sortieren oder die Räume zu dekorieren.
Und noch einer war aktiv: Jörg Lippold von der gleichnamigen Merseburger Gärtnerei brachte einige der während des Umzugs in Pflege genommenen Grünpflanzen zurück in die Schule. Auf dem Flur, zwischen noch immer allerhand Umzugskartons, warteten sie geduldig auf ihren endgültigen Bestimmungsort. (mz)

