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Tapsige Tanzbären sind hier chancenlos

08.06.2006, 18:50

Günthersdorf/MZ/heg. - Mit am erfolgreichsten ist die Männerriege, die nicht etwa wie die Tanzbären taumelnd, nein, vielmehr elegant und mit Esprit schon in der dritten Generation den Holzschuhtanz, Schwanensee oder Cancan auf die Bretter legt.

Andreas Richter und Eberhard Brost machten 1987 den Anfang. Seither ist das Tanz-Fieber in Günthersdorf Generationen übergreifend. Regelmäßig jeden zweiten Mittwoch treffen sich die neun vom Männerballett, um für ihre Auftritte zu üben und Ausdauer zu sammeln. Trainiert werden sie von zwei Experten: Marion Galander und deren Tochter Ines, die ja auch die tolle Tanzgruppe Merseburg-Meuschau leiten.

Jetzt zwischen April und August ist keine ruhigere Phase angesagt, so Maik Gutknecht. Jede Menge Dorffeste stehen auf dem Programm, als nächstes übrigens der Sommerfasching in Lützen am 24. Juni. Und wenn dann der 11. 11. und damit die neue Session immer näher heranrückt, werden es sogar zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche. "Und die Jungs sind schon richtig kribbelig", meint Gutknecht schmunzelnd. Vor zwei Jahren waren die Günthersdorfer sogar in der Faschingshochburg Köln bei den Deutschen Meisterschaften dabei. "Das war die Initialzündung. Immerhin haben wir dort auf Anhieb den 14. Platz von 46 teilnehmenden Teams belegt", weiß Gutknecht. Seither wird geübt und geübt, was das Zeug hält. Doch dämpft Gutknecht Hoffnungen für 2006: "In diesem Jahr können wir aus Kostengründen nicht fahren, es sei denn, es findet sich noch ein Sponsor."

Und bei den Landesmeisterschaften Sachsen-Anhalt belegten sie wie schon im Vorjahr den dritten Platz, nur die Tänzer von Dessau und Reuden waren besser. Mittlerweile reist schon eine Riesenfangemeinde zu den Auftritten mit. "52 eigene Jecken etwa waren mit nach Tangermünde gekommen, der Bus proppenvoll und praktisch ein Viertel der Halle schon unser eigener Fanblock", erinnert sich Gutknecht.

Konkurrenz der Merseburger Karnevalisten, die in der nächsten Session mit einem eigenen Männerballett antreten wollen, fürchten er und seine Mitstreiter nicht. "Konkurrenz belebt das Geschäft." Apropos Geschäft: "Uns kann man natürlich auch buchen", hebt Gutknecht hervor. "Wir haben sogar schon Privatvorstellungen etwa bei Hochzeiten gegeben. Der Preis ist dabei Verhandlungssache, Freibier aber erwünscht."