Schwergewicht für Alberstedts Kirche
Obhausen/Alberstedt/MZ. - Da konnte nur noch einer helfen: Heinz Gonschorek aus Obhausen. Der 80-jährige Gürtlermeister, der zwar seit Jahren im Ruhestand, deshalb aber nicht untätig ist, hatte sich den Kronleuchter zunächst angeschaut. Sein Urteil: "Da ist kaum noch was zu retten." Das dünne alte Messingblech sah aus wie Blätterteig. "Das Ding hat Frost gekriegt. Deshalb sieht es so aus. Zinkpest nennt man das", erklärt Gonschorek, der sich 1948 selbständig gemacht hatte und sich nun entschloss, bis auf die Leuchterarme den größten Teil des Leuchters neu anzufertigen.
In unendlich langwieriger und aufwändiger Arbeit fertigte der 80-Jährige einen neuen Korpus für den Leuchter und neue Leuchterteller, trieb jedes einzelne Teil aus dem einen Millimeter dicken Messingblech und fertigte den Leuchter so, dass sowohl echte Kerzen als auch Glühlampen benutzt werden können. Gonschoreks Augen leuchten, wenn er von seiner Arbeit erzählt.
Der Leuchter - frisch poliert und dünn mit Lack behandelt, um ihn vor Umwelteinflüssen zu schützen - ist ein echtes Schmuckstück geworden. Aufgrund des dickeren Messingblechs ist er aber auch ein Schwergewicht - fast 40 Kilo wiegt er nach Gonschoreks Meinung jetzt. "Rund 150 Arbeitsstunden habe ich für alles gebraucht", schätzt der Gürtlermeister. "Aber dafür hält der Leuchter jetzt auch mindestens 100 Jahre", meint er stolz aber trotzdem bescheiden.
Am 4. Dezember, dem zweiten Advent, wenn in Alberstedt der zweite Weihnachtsmarkt stattfindet, soll der neue Kronleuchter feierlich in der Peter-und-Pauls-Kirche enthüllt werden.