RB Leipzig

RB Leipzig: So kann der Saalekreis vom Bundesliga-Aufstieg profitieren

Merseburg - Nicht nur in Leipzig, sondern auch im Saalekreis war der Jubel am Wochenende bei vielen groß, als der dortige Zweitligist RB Leipzig den Aufstieg ins Fußball-Oberhaus besiegelte. Vor allem die Wirtschaft hofft nun darauf, dass der Motor Bundesliga und die Investitionsfreudigkeit des Getränkekonzerns Red Bull, der hinter dem Klub steht, einer ganzen Region zusätzlichen Schwung verleiht.

Der RB Leipzig ist wieder erstklassig. Davon wird auch der Saalekreis profitieren.
Der RB Leipzig ist wieder erstklassig. Davon wird auch der Saalekreis profitieren. dpa-Zentralbild

Nicht nur in Leipzig, sondern auch im Saalekreis war der Jubel am Wochenende bei vielen groß, als der dortige Zweitligist RB Leipzig den Aufstieg ins Fußball-Oberhaus besiegelte. Vor allem die Wirtschaft hofft nun darauf, dass der Motor Bundesliga und die Investitionsfreudigkeit des Getränkekonzerns Red Bull, der hinter dem Klub steht, einer ganzen Region zusätzlichen Schwung verleiht.  

Hotels im Saalekreis, wie etwa das Best Western in Merseburg, wollen insbesondere von der Bettenknappheit in Leipzig profitieren und den ein oder anderen Fußballfan für die Zeit vor und nach den Spielen nach Merseburg locken.

Dichter Hotel-Markt in Leipzig

„Der Hotel-Markt in Leipzig ist sehr dicht“, sagt Margret Pusch, Gebietsverkaufsleiterin im Best Western. „Bis die geplanten neuen Hotels hochgeschossen sind, können wir in Merseburg durchaus von der Situation profitieren.“ Soll heißen: Aufgrund der begrenzten Zahl an Betten sind viele Häuser in Leipzig schon jetzt regelmäßig ausgebucht. Kommen attraktive Spiele mit  Großereignissen wie Messen oder Konzerten zusammen, müssen die Leipziger Hotels Interessenten abweisen.

Vorteil für Merseburg: Margret Pusch ist in Marketingzwecken auch für das Best-Western-Hotel  in Leipzig verantwortlich. „Durch den direkten Draht ergeben sich natürlich Chancen“, sagt sie.

Das sieht auch die Kreisvorsitzende des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) so: „Ich bin mir zu hundert Prozent sicher, dass wir uns ein Stück vom Kuchen abschneiden können“, sagt Katja Wendt. Die Strahlkraft eines solventen Fußball-Bundesligisten wie RB Leipzig reiche bis in den Speckgürtel Leipzigs. „Zu dem ich uns zweifellos dazurechne.“

50 Millionen Euro durch RB Leipzig

Immerhin: Laut einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey   werden aus jedem Euro, den ein Bundesligist umsetzt, 2,40 Euro für die Region generiert. Bereits in der vergangenen Saison seien durch RB so schätzungsweise 50 Millionen Euro für Leipzig und das Umland generiert worden. Durch den Bundesliga-Aufstieg sei nun sogar auf 200 Millionen zu hoffen.
Dass die höherklassigen Hotels in Merseburg  sogar gegnerische Mannschaften anlocken könnten, zieht Wendt  hingegen  in Zweifel. „Dazu ist Leipzig in diesem Segment zu gut aufgestellt“, erklärt sie. „Aber im Bereich der Fans, die dank organisierter Reisen mit Fanclubs  in großen Gruppen anreisen, sehe ich Möglichkeiten, zusätzliche Gäste zu gewinnen.“

Best Western an Ligatravels interessiert

An sogenannten Ligatravels zeigt sich auch Margret Pusch vom Best Western interessiert. „Solche Angebote für Fanclubs sind bereits im Gespräch, da werden wir auch ganz aktiv um Gäste kämpfen“, sagt sie. Katja Wendt wiederum kann sich gut vorstellen, dass das Gastgewerbe im Saalekreis komplette Pakete zusammenstellen könnte, die mehr bieten als bloße 90 Minuten Fußball.

„Die Region hat von Dom bis hin zum Weinbaugebiet im Geiseltal  viel zu bieten - da kann man aus dem Besuch des Spiels, der Übernachtung und einem Ausflug ein Paket schnüren“, meint Wendt, die diesbezüglich positive Erfahrungen gemacht hat. „Durch die Motocross-Events in Teutschenthal hatten wir Gäste aus der Schweiz, die auch mal mit dem Schiff über die Saale gefahren sind.“

Die Bemühungen der Hoteliers wertet auch Landrat Frank Bannert (CDU)  positiv, der sich nach dem sportlichen auch wirtschaftlichen Erfolg durch den künftigen Bundesligisten erhofft. „Ob die Angebote Volltreffer werden, hängt  von der Kreativität der Touristiker ab“, sagte er. Zumindest wäre es ein schöner Anlass zu zeigen, dass ein Besuch im Saalekreis nicht nur die Fußballkultur bereichert.“ (mz)