Neujahrsempfang Neujahrsempfang: Was Ministerpräsident Reiner Haseloff zu Donald Trump zu sagen hat

Merseburg - Zwei Stunden lang ist der Neujahrsempfang des Saalekreises fast so, wie man einen solchen Abend erwartet. Der Kreis wird 2017 zehn Jahre alt, das muss natürlich gebührend gefeiert werden.
Dass Landrat Frank Bannert (CDU) nicht den Sonnenkönig spielt und in seinem Rückblick nicht nur von Erfolg zu Erfolg hechelt, sondern auch schwierige Zeiten anspricht, kommt bei den knapp 400 Gästen gut an. Und dann lässt Bannert die Katze aus dem Sack. Die Straßenbahnlinie 5 von Halle bis nach Bad Dürrenberg ist gerettet. „Das Land wird sich zunächst für fünf Jahre an der Finanzierung der Linie beteiligen. Demnächst werden wir mit dem Verkehrsministerium und der Havag einen Vertrag unterzeichnen.“
Die Botschaft ist so taufrisch, dass sie noch nicht einmal Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) kennt. Noch während Bannert auf der Bühne steht, schreibt er Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) eine Nachricht mit dem Smartphone. Und Webel schickt die Bestätigung zurück. „Da kann man mal sehen, dass wir im Land eine gute Politik machen“, sagt der Landesvater, der sich ausgesprochen gut gelaunt zeigt.
„Sachsen-Anhalt ist der bessere Standort“
Natürlich lobt er den Saalekreis als eines der Aushängeschilder in Sachsen-Anhalt - vor allem wirtschaftlich strahlt der Stern hier hell. Und deshalb appelliert Haseloff auch an den Geschäftsführer von Dow in Schkopau, Reiner Roghmann, sich nicht von dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump einschüchtern zu lassen, der amerikanischen Firmen mit Strafzöllen droht, sollten sie auch weiterhin außerhalb der USA investieren. „Sachsen-Anhalt ist der bessere Standort“, sagt Haseloff. Und man müsse „sich kneifen“ angesichts der vielen positiven Veränderungen, die das Land erreicht habe.
Es gehört seit 2008 zum guten Ton der Neujahrsempfänge, dass der Landkreis verdiente Persönlichkeiten ehrt. Wer die Auszeichnung bekommt, ist ein wohl gehütetes Geheimnis. In diesem Jahr würdigt der Kreis Gotelind Mollnau aus Braunsbedra, die ungemein engagierte Vorsitzende des untriebigen Seniorenclubs Geiseltal, der eine Suppenküche, eine Kleiderkammer und ein Sozialkaufhaus betreibt und sich auch von einem Brand nicht unterkriegen lässt. Außerdem bedankt sich Bannert bei Jürgen Schmidt vom Kampfmittelbeseitigungsdienst, der zwei Jahrzehnte im Saalekreis 100 Bomben und tausende Granaten entschärfte und damit die Region sicherer machte.
Und auch das gehört zum Neujahrsempfang: Der Zeitplan ist nur eine Orientierungsgröße, auch am Dienstagabend wird es länger. Die jungen Talente aus den Musikschulen des Kreises hatten dafür offenbar die richtige Antenne. Sie spielten die Eurovisionsfanfare, bekannt und berüchtigt durch die Fernsehsendung „Wetten dass“. Auch die wurde durch TV-Moderator Thomas Gottschalk immer gnadenlos überzogen. Der Landrat gelobt für 2018 aber Besserung. (mz)
