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Metallteile auf den Gleisen

Von GERT GLOWINSKI 27.10.2008, 16:48

MÜCHELN/MZ. - Sie sollen mehrfach die Metallteile im Müchelner Bahnhof auf die Strecke Merseburg-Querfurt gelegt haben. Gegen sie wird nun wegen "Gefährlichen Eingriffen in den Bahnverkehr" ermittelt. Bis auf Beschädigungen am Zug passierte nichts - Menschen wurden nicht verletzt.

"Durch intensive Ermittlungen der Bundespolizei wurden die Täter gefasst. Bei den Beschuldigten handelt es sich um zwei Mädchen und zwei Jungen im Alter von 15 und 16 Jahren aus einem Kinder- und Jugendheim", so Polizeisprecherin Bianca Etzold. "Einige der Jugendlichen gaben die Taten bereits zu. Als Tatmotiv gaben sie unter anderem Langeweile an."

Bei den Metallteilen handelte es sich laut Polizei um Gegenstände, die bei der Umfriedung von Bäumen genutzt werden. Die Jugendlichen sollen die bis zu 25 Kilo schweren Metallstücke gezielt auf den Gleisanlagen abgelegt haben. Nachdem die Polizei nach dem ersten Vorfall die Ermittlungen aufnahm, entschied man sich bewusst dafür, die Öffentlichkeit nicht zu informieren. "Das war für die Ermittlungsarbeit sehr wichtig. Nur so konnten wir die Täter ausfindig machen", sagte Sprecherin Etzold. Am Ende war es unter anderem ein Zeugenhinweis, der auf die Spur der Jugendlichen führte. Drei der vier Jugendlichen werden im Müchelner Awo-Kinderheim betreut, wohin sie nach ihrer Vernehmung wieder zurückgebracht wurden.

Dass nichts Schlimmeres passierte, könnte zumindest in zwei Fällen der Aufmerksamkeit der Lokführer zu verdanken sein. "Zwei Züge kamen noch rechtzeitig vor einer Kollision zum Stehen", so Etzold. "Einem Zugführer gelang dies nicht und der Zug fuhr auf die Gegenstände mit etwa 60 Stundenkilometern wodurch der Triebwagen des Zuges beschädigt wurde", sagte sie. Ob für die Passagiere der betroffenen Burgenlandbahnen eine akute Gefahr bestanden habe, könne sie jedoch nicht einschätzen.

"Die Täter begeben sich durch das Betreten der Gleisanlagen überdies in Lebensgefahr. Die Gefahren, die von herannahenden Zügen und Oberleitungen ausgehen, werden regelmäßig unterschätzt", so Etzold. Die Bundespolizeiinspektion Magdeburg weist daher darauf hin, dass das Betreten der Gleisanlagen der Deutschen Bahn an den nicht dafür vorgesehenen Stellen lebensgefährlich ist.