1. MZ.de
  2. >
  3. Lokal
  4. >
  5. Nachrichten Merseburg
  6. >
  7. In Bewegung bleiben: In Bewegung bleiben: Merseburger Klinikum lädt zum Seniorentag ein

In Bewegung bleiben In Bewegung bleiben: Merseburger Klinikum lädt zum Seniorentag ein

Von Undine Freyberg 09.06.2016, 11:53
Erika Hübner (73) machte im Klinikum eine Probefahrt mit dem Mini-Scooter. Matthias Schatz vom Sanitätshaus Graf hatte ihr eine kurze Einweisung gegeben
Erika Hübner (73) machte im Klinikum eine Probefahrt mit dem Mini-Scooter. Matthias Schatz vom Sanitätshaus Graf hatte ihr eine kurze Einweisung gegeben Peter Wölk

Merseburg - Wolfgang Schmidt lächelt ein breites Lächeln. „Ich will hundert Jahre alt werden.“ Und dafür tut der 79-Jährige einiges. „Meine Frau und ich - wir sind jeden Tag draußen, fahren sehr oft Fahrrad.“ Er habe sogar die Post für zu Hause abbestellt und ein Postfach gemietet.

„Jetzt geht er jeden Tag zur Post, um Briefe oder Karten abzuholen. Und das sind immer drei Straßenbahnhaltestellen hin und zurück - zu Fuß“, erzählt Ehefrau Christine, die sich mit ihren 72 Jahren noch längst nicht zum alten Eisen zählt. Trotzdem waren beide am Mittwoch beim Seniorentag im Merseburger Klinikum dabei. „Wir kommen zu jedem Vortrag hierher“, sagt sie.

30 Minuten Bewegung am Tag

Beim Thementag rund um Altersmedizin und Mobilität im Alter betonte die erfahrene Geriaterin, Chefärztin Andrea Jäkel, unter anderem, wie wichtig mindestens 30 Minuten Bewegung täglich sind. „Dadurch werden nachweislich Krebs - und Kreislauferkrankungen zurückgedrängt“, sagte die Ärztin, die die standortübergreifende Klinik für Altersmedizin und Geriatrie am Basedow-Klinikum in Merseburg und Querfurt leitet.

In den Kliniken im südlichen Saalekreis bemühe man sich, ältere Patienten auf der geriatrischen Station aufzunehmen - egal ob nach einem Sturz mit Oberschenkelhalsbruch oder einem Schlaganfall. Denn hier könne man sehr individuell auf die Patienten eingehen. „Unser Ziel ist es immer, die Patienten mit einem höchstmöglichen Maß an Lebensqualität und Selbstständigkeit zu entlassen“, so Jäkel. Dazu würden verloren gegangene Fähigkeiten besonders trainiert - wenn zum Beispiel das Greifen oder das alleine Aufstehen nicht mehr so gut funktionieren. „Allerdings müssen die Patienten auch für eine geriatrische Therapie geeignet sein. Bei hochgradig dementen Patienten, die den Therapie-Anweisungen nicht folgen können, ist das eher schwierig.“

Therapie wird in Tagesklinik fortgesetzt

Die Verweildauer auf der geriatrischen Station in Merseburg und Querfurt liegt laut Jäkel bei zweieinhalb bis drei Wochen. Im Anschluss wäre dann ein Besuch der Tagesklinik der Station möglich. „Bei uns wird die begonnene Therapie fortgesetzt. Wir bieten Sprachtherapie für jene an, die nach einem Schlaganfall in ihrer Sprechfähigkeit eingeschränkt sind. Und wir haben zum Beispiel auch eine Therapieküche, um alltägliche Dinge zu trainieren“, erklärt Oberarzt Gerd Fleischer von der Tagesklinik.

Die Patienten müssten nicht zwingend vorher auf der geriatrischen Station gewesen sein, um die Tagesklinik zu besuchen. „Patienten, die vielleicht aus anderen Einrichtungen entlassen wurden, und Hausärzte können sich gern an uns wenden.“

Beim Seniorentag konnte man übrigens auch mal ausprobieren, wie man sich fortbewegen kann, wenn die Knochen oder Muskeln nicht mehr so richtig mitmachen. Erika Hübner (73) probierte einen sogenannten Mini-Scooter (eine Art Elektroroller) aus und war damit recht flott unterwegs. Vor dem Säulenhaus hatte Bernadette Proske von der Merseburger Radmanufaktur zwei E-Bikes bereitgestellt, mit denen die Senioren tatsächlich die Auffahrt zum Haus hinaufstrampelten. (mz)