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Farnstädter Karnevalsgesellschaft Farnstädter Karnevalsgesellschaft: Gründungsmitglied auch nach 50 Jahren ein überzeugter Narr

Von regina retzlaff 14.01.2013, 18:39

Farnstädt/MZ. - Er war sozusagen vom Karnevalsvirus infiziert, und er begann, ihn auch zu verbreiten. Zuerst steckte er seinen Vater Paul an. Der war damals Bürgermeister im Dorf. Und einmal angesteckt, konnte er hin und wieder auch mit einer kleinen Finanzspritze der neu entstandenen Farnstädter Karnevals Gesellschaft (FKG) helfen, auf die Beine zu kommen. So nahm der Karneval in Farnstädt seinen Lauf. "Die ersten fünf Jahre waren schwer. Wir hatten ja eigentlich keine Ahnung, wie das funktioniert. Austauschen konnten wir uns auch nicht, denn erst fünf Jahre später begannen sich andere Vereine in der Region zu gründen", erinnert sich Schiele, der heute noch voller Stolz die blau-weiße Uniform der FKG trägt und sich erst vor fünf Jahren aus dem Männerballett verabschiedete, das er einst mit gegründet hatte und in dem er Jahr für Jahr seine Beine schwang. Zudem war er ständig Mitglied im Elferrat, anfangs als "Verteidigungsminister". Er machte sich einen Namen als Büttenredner und Sänger. Besonders geliebt wurde sein "Wanja", den er eine Zeit lang gab.

1967 war Schiele Prinz und Ingeborg Höllriegel seine Prinzessin. Wenig später waren die beiden ein Ehepaar. Auch seine Ingeborg war von ihm angesteckt worden mit dem Karnevalsvirus. Und wie sollte es anders sein, auch die beiden Kinder Susann und Sören sind närrisch. Angesteckt wurde auch Schwager Rolf Höllriegel. Der warf im Männerballett ebenso die Beine wie er Talent zeigte als Versorgungsminister. Er fand sein persönliches Glück mit Marina aus der Funkengarde. Und noch ein "Opfer" fand Rüdiger Schiele. Seine Schwiegermutter Lieselotte Höllriegel. Die avancierte bald zur 1. Haus- und Hofschneiderin der FKG und hält dem Verein noch heute, als 91-Jährige, die Treue. Wenn Not an der Frau ist, greift sie auch noch zu Nadel und Faden und hilft beim Schneidern.

In Vorbereitung auf das 50-jährige Vereinsjubiläum hat Rüdiger Schiele zwei neue Lieder geschrieben. Dazu trägt er, wie immer bei Jubiläen, die Verantwortung für den Festumzug, der alle fünf Jahre stattfindet. "Da hängt ja immer eine Menge Organisatorisches dran. Man muss sich um Sperranträge kümmern und die Aufstellung des Zuges zum Beispiel." Der wird am 27. Januar um 13 Uhr vom Ortseingang aus Richtung Alberstedt starten. "Wir haben die Route in diesem Jahr etwas verändert. Es geht jetzt nicht mehr an der Schweineanlage vorbei. Das muss man den Leuten im Zug nicht antun", erzählt Rüdiger Schiele weiter. Der Umzug wird so um die 40 Bilder haben und von Gastvereinen ebenso gestaltet wie von den Farnstädter Bürgern.