Existenzgründer in Braunsbedra

Existenzgründer in Braunsbedra: 3D-Torten mit eigener Geschichte

BRAUNSBEDRA - Mit Tortenkunst erregt ein Braunsbedraer derzeit großes Aufsehen. Denn wer bei Existenzgründer Kai Hellmund die Süßigkeit bestellt, bekommt einen 3D-Hingucker, der fast zu schade zum Reinbeißen ist. Ob DJ-Pult, amerikanischer Oldtimer oder Kinderwagen - der 35-Jährige erfüllt (fast) jeden ...

Von DIANA DÜNSCHEL

Mit Tortenkunst erregt ein Braunsbedraer derzeit großes Aufsehen. Denn wer bei Existenzgründer Kai Hellmund die Süßigkeit bestellt, bekommt einen 3D-Hingucker, der fast zu schade zum Reinbeißen ist. Ob DJ-Pult, amerikanischer Oldtimer oder Kinderwagen - der 35-Jährige erfüllt (fast) jeden Wunsch.

Dabei ist Kai Hellmund nicht mal gelernter Konditor, sondern hat bis vor wenigen Wochen in der Verwaltung gearbeitet. Backen war freilich schon immer sein größtes Hobby. Was er heute kann, hat er sich selbst beigebracht.

Sein großes Vorbild dabei ist ein Torten-Künstler aus den USA, der eine eigene Fernsehsendung hat. „Bei ihm habe ich mir alles abgeguckt“, erzählt der Braunsbedraer. Eine Ostertorte für Bekannte war einst Nummer eins seiner ausgefallenen Kreationen. Das Naschwerk kam so gut an, dass sich das Ganze irgendwie verselbstständigte.

Heute führt er als der „Torten-Baron“ sein Ein-Mann-Unternehmen in einem Laden direkt neben dem Markt, verkauft hausgemachte Cup Cakes und Cake Pops - also Minitörtchen und Kuchen-Lollis - und setzt in der zur Backstube umfunktionierten Küche die ständig wachsende Zahl an Torten-Bestellungen um. „Geht nicht - gibt’s nicht“ lautet dabei sein Motto. Worauf es ihm vor allem ankommt: Jedes Bestandteil soll essbar sein.

Und das kann manchmal eine fitzelige Arbeit sein. So lautete mal einer seiner Aufträge, eine Baustelle zu kreieren. Von der Maurerkelle über jeden einzelnen Ziegelstein schuf Kai Hellmund eine Miniaturwelt. Kopfzerbrechen machten ihm aber auch schon XXL-Torten für Firmenjubiläen bis hin zum 41 Kilo schweren gelben Flitzer, das Markenzeichen eines Pflegedienstes. „Da lautete die schwierigste Frage, wie ich die fertige Torte aus meinem Geschäft wieder herausbekomme“, gesteht er.

Damit seine Kunstwerke Geschichten erzählen können, hat der Mittdreißiger moderne Technik wie einen Lebensmitteldrucker im Haus. Außerdem nutzt er hin und wieder eine Airbrushpistole. Selbst ein Skalpell gehört zur Küchenausstattung. Das meiste sei eben reine Handarbeit, betont er. Der Aufwand ist dann neben den Zutaten - und hier legt der Konditor Wert auf Regionalität - ausschlaggebend für den Preis der Torte. Rechtzeitige Bestellung kann der „Meister“ deshalb nur empfehlen.

Und Zukunftsträume? Die hat Kai Hellmund natürlich und kommt wieder auf sein amerikanisches Vorbild zu sprechen. Technik würde er gern irgendwann einbauen in die Torten: Beleuchtung, Stimmen, echtes Wasser, das einen Wasserfall herunterrieselt... (mz)