Erdwärme fürs Burgmuseum
QUERFURT/MZ. - Hier gab es in der Vergangenheit teilweise einen Mix aus den Verschiedensten Heizungsarten. Elektronachtspeicheröfen wurden betrieben, auch Ölheizungen und sogar Kohleöfen spendeten Wärme. "Wir haben darüber nachgedacht, ob wir Wind- oder Sonnenenergie nutzen sollten", so Kulturamtsleiter Holger Reinhardt. Aber schließlich handelt es sich bei der Burg um ein historisches Gebäude, ein Denkmal, dem man weder ein Windrad noch Solarzellen aufsetzen kann. Dennoch war man der Überzeugung, dass man nur mit regenerativen Energien weiterkommen würde. Deshalb wurde schließlich das Planungsbüro von Norbert Jorde beauftragt, ein nachhaltiges Konzept zu erarbeiten und umzusetzen. Letztlich habe man auch, so Reinhard, den wirtschaftlichen Aspekt im Auge gehabt.
"Wir haben zunächst eine Statusbestimmung vorgenommen, dann eine Grobkonzeption und schließlich ein Zielplanungskonzept erarbeitet", schildert Norbert Jorde das Vorgehen. Am Ende entschied man sich, eine Erdwärmeheizung zu installieren. Dafür werden auf dem Burggelände vier Bohrungen gemacht, die bis 100 Meter in die Tiefe gehen. Dazu entsteht eine Heizzentrale mit zwei Brennwertkesseln und einer modernen Wärmepumpe. Auf den Innenwänden der künftigen Ausstellungsräume wird eine Wandheizung installiert. "Das sieht fast aus wie eine Fußbodenheizung, die an die Wand geklappt wurde", so Jorde. Aber so werden in den Ausstellungsräumen künftig keine Luftverwirbelungen und kein Staub zu finden sein. "Das wird den Exponaten sicher sehr gut tun, die wir künftig hier zeigen werden", freut sich Holger Reinhardt. Vor allem wird es ja die große Ausstellung zum Heiligen Brun sein, die im nächsten Jahr hier installiert werden soll. Außerdem wirke ein solch altes Gemäuer natürlich ohne Heizkörper viel authentischer. "An die Außenwände bringen wir eine Randtemperierung", hakt Jorde wieder ein. Die Rohre werden dann ganzjährig gleichmäßig mit Wärme belegt, so dass die Wände auch trocken bleiben. In der ersten Ausbaustufe, so ist weiter zu erfahren, werden 25 Prozent der Gesamtbeheizung der Burggebäude über Erdwärme laufen. "Mit Fortschreiten der Sanierung und der Inbetriebnahme weiterer Gebäude kann die Versorgung natürlich ausgeweitet werden", erklärt der Experte. Dafür könne man das Bohrfeld erweitern.