Buch über RB Leipzig

Buch über RB Leipzig: „Fußball zwischen Liebe und Hass“

Merseburg/Leipzig - Marcus Bräuer begleitet RB Leipzig in seinem Erstlingswerk durch die Debütsaison.

Von Robert Briest

Marcus Bräuer hat einen klaren Schlussstrich gezogen. „Bis zum 30. Juni 2016 war ich Journalist“, sagt der 33-Jährige. Seither verdingt sich der gebürtige Hallenser, der in Delitz am Berge aufwuchs, als Autor.

Sein in dieser Woche erschienenes Erstlingswerk hat er einem Reizthema gewidmet: RB Leipzig. „Fußball zwischen Liebe und Hass“ heißt das Buch, das die erste Bundesligasaison des Vereins von Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz in 34 Kapiteln unter die Lupe nimmt. Je eins pro Spieltag.

Mit dem Sujet Fußball bleibt Bräuer nahe an seinem alten Beruf. Schließlich war er als freier Sportjournalist tätig. Für die MZ schrieb er vor allem über Leibesübungen in Anhalt-Bitterfeld und dem Saalekreis. 2015 fasste er dann den Beschluss: nur noch ein Jahr Journalismus.

Dass er dann die Dorfplätze von Aken bis Steigra gegen die Arenen der größten deutschen Sportgeldmaschine tauschte, war allerdings auch Zufall. „Ich bin letztes Jahr im Mai zu einem Spiel nach Sandersdorf gefahren“, erinnert er sich. „Da haben sie im Radio erzählt, dass es bald die Dauerkarten für RB gibt. Ich habe mir eine geholt, denn ich hatte ja jetzt am Wochenende Zeit.“

Kein Fan von RB Leipzig am Anfang

RB-Fan sei er damals nicht gewesen. „Und ich bin es auch in diesem Jahr nicht geworden“, erzählt der Neuautor. Aus seinen gesprochenen wie geschriebenen Worten lässt sich trotz kritischer Passagen jedoch eine gewisse Sympathie für das Fußballprojekt an der Elster ablesen, das für viele Anhänger von Traditionsvereinen und vor allem für die kommerzialisierungskritischen Ultras aufgrund seines Geschäftsmodells mit einem omnipräsenten und äußerst potenten Geldgeber ein rotes Tuch darstellt.

„Ich sympathisiere mit gutem Fußball“, erklärt Bräuer. Und den habe RB in den 34 Ligaspielen, die der Autor fast alle im Stadion verfolgte, meist geboten. Er gehe ohnehin davon aus, dass sich dieses amerikanische Modell in den nächsten Jahrzehnten auch im deutschen Sport weiterverbreiten wird: „Dass das für deutsche Vereinsmeier kein schönes Bild ist, kann ich verstehen.“

Buch über RB Leipzig: 34 Kapitel, eins zu jedem Spieltag

Bräuer will den Fußball in seiner Bedeutung aber auch nicht überbewerten. Vielen Zuschauern gehe es um Unterhaltung. Deswegen sei sein Anspruch für das Buch gewesen, auch humoristische Passage einzubauen. Schließlich textet er ja auch für Poetry-Slams und will stärker Richtung Kabarett arbeiten.

Die 34 Kapitel im Buch verfasste Bräuer jeweils direkt nach den Spielen. Lange arbeitete der Autor ohne Verlag. Erst im Mai entstand der Kontakt zur Kölner Edition Steffan. Nun bleibt die Spannung, wie sich das Werk verkauft. Eine Fortsetzung will er nicht, auch wenn er wieder eine Dauerkarte hat: „Ich bin gespannt, was jetzt kommt.“

››Marcus Bräuer: „Fußball zwischen Liebe und Hass“, Edition Steffan 176 Seiten, 14,90 Euro (mz)