Bildung Bildung: Brisant und schmerzhaft

Farnstädt/Schraplau/MZ - „Am Ende werden wir sowieso von der einen Seite gelobt und von der anderen beschimpft. Egal wie wir entscheiden. Egal welche Grundschule am Ende Bestand haben wird.“ Steigras Bürgermeister Walter Wrede (parteilos) brachte am Ende einer emotionalen Diskussion auf den Punkt, was die Mitglieder des Verbandsgemeinderates Weida-Land erwartet. Hans Güntsch (Die Linke) bezeichnet es als sehr brisantes Thema und eine schmerzhafte Entscheidung. „Jeder wird für seinen Standort kämpfen, aber am Ende haben wir die Entscheidung zu treffen“, meinte Barnstädts Bürgermeister Otto Weber (parteilos).
Bis zum 5. August erwartet der Landkreis von den Räten eine solche Entscheidung, um dann selber die Schulentwicklungsplanung auf den Weg bringen zu können. „Die Verordnung des Landes für diese Schulentwicklungsplanung hat sehr lange auf sich warten lassen“, erklärte der Leiter des Ordnungs- und Sozialamtes der Verbandsgemeinde (VG) Weida-Land, Ralf Dubb, den Ratsmitgliedern auf der jüngsten Sitzung. Zu der waren auch zahlreiche Lehrer und Eltern aus der Grundschule in Schraplau nach Obhausen gekommen. Denn neben der Grundschule Farnstädt steht auch die in Schraplau zur Disposition, beide werden in einigen Jahren nicht mehr den Vorgaben des Landes entsprechen.
Weil die Verordnung so spät kam, geraten nun die VG-Räte arg in Zeitnot. Schließlich wollen sie nichts übers Knie brechen und können verstehen, dass jede Schule ums Überleben kämpft. Damit ihnen die Entscheidung leichter fällt, hatten Ralf Dubb und seine Mitarbeiter eine umfangreiche Analyse des Ist-Zustandes der Schulen erarbeitet. Schließlich sollte während dieser Ratssitzung ein erster Schritt getan werden in Richtung Entscheidungsfindung. Ein Grundsatzbeschluss sollte auf den Weg gebracht werden.
Fakt ist, so erfuhren die Räte, dass in einigen Jahren beide Schulen nicht mehr genügend Schüler haben werden. Gefordert werden ab dem Schuljahr 2017/18 mindestens 80 Schüler pro Schule, die einzügig sein soll. Das werden beide Schulen nicht erreichen, auch wenn in den nächsten zwei oder drei Jahren die geforderte Schülerzahl von 60 (bis zum Schuljahr 2016/17) da ist. Und auch die Gebäude würden beide als Standort in frage kommen. So konnte man es aus der Analyse der Verwaltung herauslesen. Die müssen die Ratsmitglieder nun „sacken lassen“. Dennoch werden sie sich die beiden Standorte noch genau anschauen. Am 28. Juni werden beide Schulleiterinnen und die Elternvertreter die Gelegenheit bekommen, dem VG-Rat ihre Bildungseinrichtung vorzustellen und ihre Konzepte zu erläutern. Den Grundsatzbeschluss fassten die Räte am Ende einstimmig.
