1. MZ.de
  2. >
  3. Lokal
  4. >
  5. Nachrichten Merseburg
  6. >
  7. Ausbildungschancen steigen

Ausbildungschancen steigen

Von UNDINE FREYBERG 13.10.2008, 16:48

MERSEBURG/MZ. - Es sieht gut aus auf dem Ausbildungsmarkt - zumindest aus Sicht der Auszubildenden, denn es gibt aufgrund des demografischen Wandels immer weniger Bewerber um die freien Ausbildungsplätze. In der Hauptagentur Merseburg und der Geschäftsstelle Querfurt kamen im Berufsberatungsjahr 2007 / 2008 insgesamt 808 gemeldete Bewerber auf 845 freie Stellen. Im Vorjahr waren es noch 1027 Bewerber auf 941 Stellen. Im gesamten Agenturbezirk Merseburg, zu dem auch Naumburg, Weißenfels und Zeitz gehören, waren es in diesem Jahr 1 999 Bewerber (2007 waren es 2 777) auf 1 807 Stellen (2007 waren es 1 605).

"Von den bei der Agentur gemeldeten Bewerberinnen und Bewerbern suchen derzeit noch zehn Jugendliche und damit 16 weniger als im Vorjahr einen Ausbildungsplatz", erklärte Gert Kuhnert, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Merseburg. Dass diese Jugendlichen noch keine Lehrstelle gefunden hätten, liege aber entweder an deren Wünschen, die nicht zu den Angeboten passten oder daran, dass sie die erforderlichen Voraussetzungen für die eine oder andere Stelle nicht erfüllten. Im Agenturbezirk Halle, zu dem neben Halle und dem Altkreis Bitterfeld auch der ehemalige Saalkreis gehört, sind noch 49 Bewerber ohne Ausbildungsplatz.

Die Zahl der Ausbildungsstellen ist im Bereich Merseburg-Querfurt prozentual leicht zurückgegangen, während sie zum Beispiel im Burgenlandkreis enorm angestiegen ist. Im Bereich Naumburg zum Beispiel um 67,7 Prozent. "Das liegt daran, dass es im Burgenlandkreis einen Verein zur Förderung der Ausbildung gibt", erklärte Frank Reinboth, der bei der Agentur speziell für das Thema Ausbildung zuständig ist. Was die Chemie-Unternehmen wie Dow im Bereich Merseburg-Querfurt machen, nämlich schon frühzeitig Kontakt zu Schulen und damit potentiellen Azubis zu knüpfen, das sei im Nachbarkreis in allen Branchen sehr ausgeprägt.

Auch wenn die Arbeitsagentur gerade erst über das quasi schon vergangene Berufsberatungsjahr resümiert hat, der Startschuss für das neue Jahr ist eigentlich auch schon gefallen. "Die wirklich guten Ausbildungsplätze gehen jetzt weg - bis zum Endes des ersten Quartals 2009. Unser Rat an die Schüler ist, in der Schule nochmal richtig Gas zu geben, denn die Firmen nehmen nicht jeden auch wenn sie freie Plätze haben", sagte Gert Kuhnert eindringlich. "Und die Unternehmen sollten rechtzeitig ihre Ausbildungsverträge abschließen, es werden schließlich bis 2010 immer weniger Bewerber."

Unter den beliebtesten Wunschberufen der jungen Männer waren in diesem Jahr übrigens Kfz-Mechatroniker, Fachlagerist, Koch und Maschinen- und Anlagenführer. Bei den jungen Frauen waren es Bürokauffrau, Kauffrau im Einzelhandel, Verkäuferin und Hotelfachfrau. Die meisten Angebote gab es für Köche, Bürokaufleute, Verkäufer und Kaufmann / -frau im Einzelhandel.