Albersroda und Steigra lösen sich auf
Albersroda/Steigra/MZ. - Bevor das allerdings per Ratsbeschluss festgeklopft wird, gibt es Bürgerversammlungen und eine Bürgeranhörung.
"Es ist nun einmal Fakt, dass die Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Weida-Land sich vom Land nicht zwingen lassen wollen, eine Einheitsgemeinde zu gründen. Wir wollen als Orte selbständig bleiben, mit eigenen Haushalten und Gemeinderäten zumal unsere VG wirklich perfekt funktioniert. Die Verwaltung kümmert sich um die Schulen, Kitas, den Bauhof. Die Kämmerei erstellt unsere Haushaltspläne. Aber wir Räte bestimmen, was im Dorf passiert", erklärt Steigras Bürgermeister Walter Wrede (parteilos). Doch Voraussetzung für die Gründung einer Verbandsgemeinde, die ähnlich funktioniert wie eine VG, ist, dass die Mitgliedsgemeinden mindestens 1 000 Einwohner haben. Sowohl Steigra mit 893 Einwohnern als auch Albersroda mit 480 sind davon weit entfernt. "Um aber das Beste aus der Gemeindegebietsreform zu machen, um das Optimale für unsere Dörfer und deren Einwohner zu erreichen, nämlich die Mitgliedschaft in einer Verbandsgemeinde, haben wir vor, eine neue Gemeinde zu gründen", so Albersrodas Bürgermeister Gerhard Schneider (parteilos). "Wir wollen auch nicht wieder zurück nach Mücheln, was passieren könnte, wenn man uns irgendwann zwangszuordnet, weil wir uns nicht freiwillig etwas einfallen lassen." Es gebe ja auch viele Verbindungen zwischen den Gemeinden. "Ich weiß, dass die Mehrheit der Bürger der Meinung ist, dass wir zusammen gehören."
Wenn nach der Bürgeranhörung die Räte entscheiden, wird es eine Gebietsänderungsvereinbarung geben, die schon im Dezember 2008 zur Genehmigung eingereicht werden kann. Und dann würde es ab 1. Januar 2010 die neue Gemeinde Steigra mit den Ortsteilen Albersroda, Schnellroda, Jüdendorf, Kalzendorf und Steigra geben. Weil auch VG-Mitglied Esperstedt nicht die 1 000 Einwohner-Grenze überspringen kann, hat man auch dort nach Lösungen gesucht, um Mitglied der Verbandsgemeinde zu werden. "Wir haben Verbindung mit Obhausen aufgenommen", so Bürgermeister Erich Pohl (CDU). Dort sei man auf offene Ohren und viel Verständnis gestoßen. "Der Gemeinderat stand unserer Anfrage nach Eingliederung sehr offen gegenüber. Ich denke, dass wir dort gut aufgehoben sind", freut sich Pohl.
Auch in Esperstedt wird es eine Bürgeranhörung geben. "Aber es gibt so viele auch historische Bindungen an Obhausen, dass es da ganz bestimmt ein sicheres Votum für die Eingliederung geben wird", meint Pohl.