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Ungemähtes Gras ärgert Anwohner

Von Anne Passow 01.06.2008, 19:40

Köthen/MZ. - Damit nicht allzu viel Unkraut hinüberwuchert, hat ihr Mann zwar schon eine Schneise zwischen das Grundstück in der Güstener Straße und die etwa 1 000 Quadratmeter bewucherte Fläche geschlagen, aber "viel bringt das nicht", so Ulbrich, der langsam der Geduldsfaden reißt.

"Vor drei Wochen haben wir uns zum ersten Mal bei der Stadtverwaltung beschwert, passiert ist bis heute allerdings nichts, wir wurden immer nur vertröstet", so Ulbrich.

Ihre Nachbarin Katrin Gutjahr pflichtet ihr bei: "Das geht wirklich nicht!" Auch an Gutjahrs Grundstück grenzt eine etwa 100 Quadratmeter große Fläche, in der Gras und Unkraut wuchern. All diese Flächen sind Eigentum der Stadt Köthen.

Das sind übrigens auch die Grünstreifen vor den Häusern in der Güstener Straße. "Um die kümmern wir uns inzwischen. Wir bepflanzen und pflegen sie freiwillig", erzählt Anwohnerin Marlies Krause. "Da freut sich die Stadt natürlich, weil wir ihr Arbeit abnehmen. Aber dann soll sie wenigstens den Rest vernünftig erledigen", schimpft Krause.

Und Stefanie Ulbrich erzählt: "Ich habe der Stadt schon angeboten, dass wir das mit dem Mähen übernehmen, wenn wir im Gegenzug etwas weniger Pacht bezahlen müssen." Doch bei der Stadt habe man ihr nur gesagt, dass eine Firma den Auftrag habe, sich um das Grundstück zu kümmern. Wann die Firma den Auftrag erledige, darauf habe die Stadt keinen Einfluss.

Bei den Flächen handelt es sich um Baugrundstücke. "Diese werden turnusgemäß nicht in die Pflege miteinbezogen", sagt Waltraud Siersleben, Pressesprecherin der Stadt Köthen, der Mitteldeutschen Zeitung auf Anfrage. Die Stadt nehme das Problem jedoch ernst und sei dabei, eine geeignete Lösung zu finden, betont Siersleben.

Insgesamt muss die Stadt Köthen 400 400 Quadratmeter Rasenflächen pflegen, für 149 200 Quadratmeter davon übernehmen das Fremdfirmen, wie auch in der Güstener Straße. "Momentan haben wir die zusätzliche Schwierigkeit, dass durch die Witterung Gras und Unkraut unheimlich schnell nachwachsen", so Siersleben.

Für Stefanie Ulbrich und ihre Nachbarn ist das keine Entschuldigung. "Wie schnell ist das Ordnungsamt zur Stelle, und man muss ein Bußgeld zahlen, weil man auf dem Gehweg vor seinem Haus ein paar Unkrautbüschel stehen hat. Die Stadt sollte die Ansprüche, die sie an ihre Bürger hat, auch selbst erfüllen", betont Ulbrich.

Das wuchernde Gras ist nicht nur in der Güsterner Straße ein Problem. Vor einer Woche berichtete die MZ über ähnlichen Ärger der Anwohner der Merziener Straße, die sich über mangelnde Pflege der Randstreifen beschwerten.