Straßenfest in Köthen

Straßenfest „So gut is(s)t Köthen“: Aeham Ahmad gibt Konzert auf dem Multicar

Köthen - Ziel des Straßenfestes „So gut is(s)t Köthen“ der Initiative „Willkommen in Köthen“, aber auch mit Unterstützung der Stadt, der Jakobsgemeinde der Werbegemeinschaft und dem Verein rondo la kulturo war es, viele Menschen in der Innenstadt bei einem gemeinschaftlichen Abendbrot zusammenzubringen - Geflüchtete und alteingesessene Köthener gleichermaßen.

Von Doreen Hoyer

Ein Vogel müsste man sein. Oder zumindest oberhalb der zweiten Etage wohnen. Dann nämlich, aus angemessener Höhe, kann man die Botschaft sehen. Sie lautet: „Wenn du mehr hast als du brauchst, baue nicht höhere Zäune, sondern längere Tafeln.“ Und sie steht auf den Decken einer lange Reihe aus Tischen geschrieben, die sich am Sonnabend vom Kugelbrunnen bis fast zum Bärplatz erstreckte.

Ziel des Straßenfestes „So gut is(s)t Köthen“ war es, viele Menschen in der Innenstadt bei einem gemeinschaftlichen Abendbrot zusammenzubringen - Geflüchtete und alteingesessene Köthener gleichermaßen. Organisiert wurde das Ganze von der Initiative „Willkommen in Köthen“, aber auch mit Unterstützung der Stadt, der Jakobsgemeinde der Werbegemeinschaft und dem Verein rondo la kulturo.

Außergewöhnlicher Auftritt

Zwar blieben an den beiden Enden der XXL-Tafel einige Sitzplätze leer. Doch Mitorganisatorin Kerstin Beutler zeigte sich trotzdem zufrieden. Etwa 200 bis 300 Menschen, schätzt sie, seien gekommen. Auch das Konzept, dass jeder selbst Besteck, Tischdeko und vor allem natürlich Essen mitbringe und das dann mit seinen Sitznachbarn teile, funktioniere gut. „Wir haben schöne Blumen auf den Tischen und Lichter, die Leute haben Spaß - Klasse!“, zieht Beutler ein erstes Fazit.

Der Ehrengast des Abends legt wenig später einen ganz besonderen Auftritt hin. Aeham Ahmad wird samt eines Elektroklaviers auf der Ladefläche eines Multicars die Schalaunische Straße entlang gefahren bis zum Kugelbrunnen und wieder zurück. Dann gibt der Pianist auf seiner besonderen kleinen Bühne eine Konzert.

Ahmad wurde bekannt als „Pianist vom Jarmuk“. Der heute 29-Jährige trat in der umkämpften syrischen Stadt auf, spielte in den Trümmern Klavier. Im vergangenen Jahr floh er nach Deutschland, lebt jetzt in Wiesbaden. (mz)