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Rosenmontagsumzug in Köthen Rosenmontagsumzug in Köthen: Kukakö lädt anderen Karnevalsverein aus

Von helmut dawal 04.02.2014, 09:29
Sie waren im Vorjahr beim Rosenmontagsumzug mit von der Partie, sollen es dieses Jahr aber nicht mehr sein: Die „Keethner Spitzen“.
Sie waren im Vorjahr beim Rosenmontagsumzug mit von der Partie, sollen es dieses Jahr aber nicht mehr sein: Die „Keethner Spitzen“. heiko rebsch Lizenz

köthen/MZ - Karneval - das heißt vor allem feiern, trinken, tanzen und fröhlich sein. Doch hinter den Kulissen kann es auch richtig krachen, so wie jetzt zwischen den beiden Köthener Karnevalsvereinen. Denn der Kukakö hat die „Keethner Spitzen“ vom Rosenmontagsumzug ausgeschlossen. Einen entsprechenden Beschluss fasste der Vorstand, weil der Zugleiter des vorjährigen Rosenmontagsumzuges, Kukakö-Vizepräsident Eckhard-Bodo Elze, von einem Mitglied der „Keethner Spitzen“ in „herabwürdigender Weise mit beleidigendem Ziel verbal attackiert“ worden war. So jedenfalls formulierte es der Kukakö in seinem Ausladungsschreiben.

Der Verein „Keethner Spitzen e.V.“ gründete sich zum 11.11.2011 und nahm im Jahr 2013 erstmals am Rosenmontagsumzug in Köthen mit einem Festwagen teil. Der Verein hat rund 40 Mitglieder und ist Mitglied im Karneval-Landesverband Sachsen-Anhalt und dem Bund Deutscher Karneval.

Der Ausschluss der „Keethner Spitzen“ vom diesjährigen Rosenmontagsumzug in Köthen wurde am Montagnachmittag bei Facebook in der „Köthener Runde“ stark diskutiert. „Tja mit Konkurrenz kann wohl manch einer nix anfangen“, „Kein miteinander, sondern gegeneinander, ich persönlich finde soetwas mehr wie sehr schade“, „Eindeutig das Ziel verfehlt. So wie es im Fußball nicht mehr um den Sport geht, geht es beim Karneval nicht mehr um den Spaß“, lauten einige der Kommentare.

Eckhard-Bodo Elze erklärte auf MZ-Anfrage, dass er von Nico Koppenhöle direkt vom Wagen aus angesprochen wurde. „Schaut euch den an, dass wir hier ganz hinten am Ende des Umzugs stehen“, das habe man ihm zu verdanken - so habe es aus den Lautsprechern geklungen. Elze empfand das schon als Beleidigung, zumal er sich nach eigenen Worten noch dafür stark gemacht habe, dass die „Keethner Spitzen“ überhaupt am Umzug teilnehmen konnten. „Darüber gingen die Meinungen im Vorstand auseinander“, sagte der Vize-Präsident. Denn einige Mitglieder aus der Kukakö-Führung seien auch der Auffassung, dass die „Keethner Spitzen“ es mit dem Brauchtum Karneval nicht so genau nehmen, sich über Elferräte und Prinzenpaare anderer Vereine lustig machen und so insgesamt die Ethik-Charta des Bundes Deutscher Karneval (BDK) mit den Füßen treten. Er, so Elze, habe lange auf eine Entschuldigung gehofft, was aber nicht passiert sei.

Vielleicht beruht der Konflikt zwischen beiden Vereinen aber nur auf einem großen Missverständnis. Nico Koppenhöle war der Moderator auf dem Umzugswagen der „Keethner Spitzen“ und wies von sich, den Zugleiter beleidigt zu haben. Er habe sich, so Koppenhöle gegenüber der MZ, für den „spitzenmäßigen Startplatz bedankt“, was ironisch, aber keineswegs beleidigend gemeint gewesen sei. Denn der Letzte im Umzug zu sein, sei nicht schlimm gewesen. Die hinter dem Wagen stehenden, orangefarbenen Straßenreinigungsfahrzeuge hätten farblich sogar zum Verein gepasst. Einen Verstoß gegen die Ethik-Charta des BDK könne er nicht erkennen. Mit gerade 40 Mitgliedern habe der Verein nicht die „Manpower“, um Elferrat und Prinzenpaar personell zu besetzen. „Wir machen unser eigenes Ding und unsere Fans honorieren das“, sagte Koppenhöle. Bei den „Keethner Spitzen“ wird nun nach einer Alternative zum Rosenmontag gesucht - möglicherweise die Teilnehme am Umzug in Halle. „Umzugswagen, Musik, Wurfmaterial - wir haben ja schon viele Vorbereitungen getroffen“, schilderte Nico Koppenhöle. Eine Entscheidung soll zur Mitgliederversammlung in der nächsten Woche getroffen werden.