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Oper von Verdi im äußeren Schlosshof Oper von Verdi im äußeren Schlosshof: "Nabucco" unter freiem Himmel

Von Matthias Bartl 11.04.2016, 20:30

Köthen - Opern sind nicht jedermanns Sache. Auf „Nabucco“ trifft das freilich am wenigsten zu - das Werk von Verdi zählt neben „Aida“, der „Zauberflöte“ und „Carmen“ zu den weltweit am meisten gespielten Opern und kann in diesem Jahr auch in Köthen erlebt werden - auch wenn die Stadt gar kein Opernhaus hat. Das liegt daran, dass „Nabucco“ in Köthen in der Open-Air-Variante aufgeführt wird.

Am 21. August verwandelt sich der äußere Schlosshof dank der Fachleute von der Festspieloper Prag in die biblischen Orte Jerusalem und Babylon. Und auch dank der Fachleute von Paulis Veranstaltungsbüro in Braunschweig, das jahrelange Erfahrungen mit Classic-Open-Air-Events hat. „Wir bringen im Jahr 30 bis 40 Classic Open Air auf die Bühne“, sagt Silvia Geisler, bei Paulis für die Pressearbeit zuständig. Dabei sei man ständig auf der Suche nach besonderen Aufführungsorten, gehe auch gern in kleinere Orte, in die „Schmuckstücke der Region“. In Bernburg, Plötzkau und Ballenstadt war Paulis bereits zu Gast.

Aufführung bei jedem Wetter

Die Opern unter freiem Himmel (wenn man mal von der Bühnenbedachung absieht) sind reines Sommertheater: Zum einen haben dann die Sänger und Musiker Theaterferien und können auf Reisen gehen, zum anderen ist dann auch das Wetter am ehesten für Freiluft-Auftritte geeignet. „Wir spielen in den Sonnenuntergang hinein“, umschreibt Silvia Giesler auf romantische Weise das Spätabendprogramm - und lässt sich auch durch Nachfragen nach einer Regenvariante nicht beirren.

Zum einen habe man eine „gute Schönwetterquote“, zum anderen könne der Zuschauer im Ernstfall vor Ort auch Regencapes erwerben. Das Aufspannen von Schirmen, um damit schlechtem Wetter zu begegnen, sei bei der Aufführung nicht zulässig. Klar: Bühne samt Darsteller würden sonst hinter einem Paravent aus Nylon oder Polyamid verschwinden - denn weitergespielt wird auf alle Fälle, „bestenfalls, dass bei starkem Regen die Pause gestrichen wird.“

Nicht aber „Nabucco“ selbst. Den berühmten Gefangenenchor wird man in Köthen also auf alle Fälle live zu hören bekommen: „Flieg. Gedanke auf goldenen Schwingen“, im Original „Va, pensiero, sull’ ali dorate“, ist die leidvolle italienische Variante des eher kämpferischen deutschen „Die Gedanken sind frei“. (mz)