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Kaum neue Zuweisungen Kaum neue Zuweisungen: Immer weniger Asylbewerber kommen nach Anhalt-Bitterfeld

Von Matthias Bartl 16.10.2017, 07:51
Ein Großteil der Uma sind in Köthen untergebracht, z.B. in einer ehemaligen Schule in Klepzig.
Ein Großteil der Uma sind in Köthen untergebracht, z.B. in einer ehemaligen Schule in Klepzig. Heiko Rebsch

Köthen - Im Landkreis Anhalt-Bitterfeld hielten sich zum Stichtag 30. September insgesamt 6.321 Ausländer auf - dies beinhaltet die volle Bandbreite vom Studenten über den hier ansässigen EU-Bürger bis hin zum Flüchtling.

Darüber informierte Diane Gardyan, Leiterin des Amt für Ausländerangelegenheiten bei der Landkreisverwaltung, auf der jüngsten Sitzung des Sozialausschuss des Kreistags dessen Mitglieder.

Nicht einmal ein Drittel der Ausländer, nämlich 1.455 Menschen, sind Ausländer, die einen Status nach Asylrecht haben: Es gibt 252 Asylbewerber, 441 so genannte Duldungen und 762 Asylberechtigte.

Hinzu kommen 147 Personen, bei denen ein Abschiebungshindernis vorliegt. 215 Ausländer haben den Landkreis verlassen: Zehn wurden abgeschoben, 26 sind freiwillig ausgereist. „Der Rest ist verschwunden“, so Diane Gardyan.

Die meisten zugewiesenen Ausländer wohnen in Bitterfeld-Wolfen

Die darüber informierte, dass derzeit 1.109 Personen durch den Landkreis in Wohnungen untergebracht sind. Die meisten von ihnen wohnen in Bitterfeld-Wolfen. Insgesamt sind das 494 Personen, was einem Anteil von 1,22 Prozent an der Bevölkerung entspricht.

Köthen hat am zweitmeisten Ausländer aufgenommen. In der Kreisstadt wohnen 210 von ihnen (0,79 Prozent der Bevölkerung der Stadt). Die Ausländerzahlen in den weiteren Gemeinden des Landkreises sehen folgendermaßen aus: Aken - 75; Muldestausee - 63; Osternienburger Land - 22; Raguhn-Jeßnitz - 7; Sandersdorf-Brehna - 58; Südliches Anhalt - 56; Zerbst - 79; Zörbig - 25. Die Zahlen seien alles in allem „etwas runtergegangen“ beschreibt Gardyan den Trend seit der letzten Übersicht.

Im gesamten September wurden Anhalt-Bitterfeld sechs Ausländer zugewiesen

Das liegt vor allem daran, dass der Landkreis derzeit kaum Zuweisungen von Ausländern erhält. Im gesamten Monat September kamen sechs Ausländer in Anhalt-Bitterfeld an und mussten hier untergebracht werden.

Im Oktober hat sich die Zahl zwar leicht erhöht, auf neun in den ersten beiden Wochen, 14 weitere sollen in der dritten Oktoberwoche dazukommen, aber ein Trend lasse sich nicht ablesen. „Auch ist leider keine langfristige Planung möglich, da die Zuweisungszahlen vom Land nach wie vor nur ein bis zwei Wochen vorher mitgeteilt werden.“

Trotz der Unmöglichkeit einer langfristigen Planung hat der Landkreis sich in den zurückliegenden Wochen wieder von einigen für die Unterbringung von Flüchtlingen angemieteten Wohnungen getrennt.

„In diesem Jahr haben wir die Verträge für rund 100 Wohnungen gekündigt“, so die Amtsleiterin. Damit habe sich der Bestand auf etwa 400 Wohnungen reduziert und werde sich bei ungefähr 370 bis 400 Wohnungen einpegeln. „Es werden aber wieder einzelne Anmietungen erfolgen.“

Viele Uma wohnen vor allem in Köthener Einrichtungen

Die eventuell nötig werden könnten, wenn ab März 2018 der Familiennachzug wieder zum Thema wird. Dennoch glaubt Diane Gardyan nicht daran, dass diese gesetzliche Änderung erheblichen Aufwand für die Verwaltung mit sich bringt.

„Die Auswirkungen dürften eher gering ausfallen. Das sind nicht die Masse Leute, die wir da erwarten.“ Für die zu erwartenden Zuweisungen stünde hinreichend Wohnraum zur Verfügung. „Und es gibt genug Vermieter, die wieder vermieten würden.“

Stabil geblieben in den letzten Wochen ist auch die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Ausländer (Uma), die im Landkreis untergebracht sind. Derzeit sind dies 85 Jugendliche, die vor allem in Köthener Einrichtungen wohnen. Die Kreisstadt hat 56 Uma aufgenommen. Kleinere Kontingente gibt es außerdem in Zörbig (15), Bitterfeld-Wolfen (9) und Zerbst (5). (mz)