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Katzensorge, Katzenärger

Von Sylvia Czajka 11.09.2007, 15:55

Köthen/MZ. - Aber es ging nicht anders, meint Maria Werner. "Wir haben alles versucht", sagt sie mit gedrückter Stimme in der Enttäuschung klingt.

Der reiche Katzennachwuchs erreichte sie in der Gartensparte Freiheit in Köthen. Es seien wilde Katzen, die dort geboren wurden. Was hätten wir also tun sollen?, fragt das Ehepaar. "Wir haben uns gekümmert", meinen sie. Eines Tages sei dann dieser Brief vom Vorstand der Gartensparte gekommen, erzählen die Köthener. Darin stand die Aufforderung, die Tiere wegzubringen oder man kündige ihnen den Garten. Das sei doch keine Art und Weise, meinen die Werners aufgebracht. 33 Jahre haben sie in der "Freiheit" den Kleingarten und nun so etwas, zeigen sie sich enttäuscht.

Von Torsten Naumann, Vorstandsmitglied der Sparte, erfuhr die MZ. Aufgrund von Beschwerden einiger Mitglieder, die ihre Fische aber auch Singvögel in der Anlage in Gefahr sahen, habe man im Vorstand abgestimmt und das Schreiben formuliert. Im Vorfeld habe es bereits mit der Familie diesbezüglich viele Gespräche gegeben. Natürlich sei ihm persönlich die Entscheidung nicht leicht gefallen. Aber man sei auch verpflichtet, sich an das Bundeskleingartengesetz zu halten.

Wie Regina Vieth, geschäftsführende Vorsitzende der Gartenfreunde Köthen e.V. bestätigt, kann - auch wenn die Gartenordnung nicht ausdrücklich eine solche Regelung enthält - ein Fütterungsverbot für wild lebende Katzen ausgesprochen werden, wenn es nach Art und Umfang zu einer nicht hinnehmbaren Belästigung der anderen Gartenfreunde führt. Aus dem Pachtverhältnis und der Mitgliedschaft im Verein ergebe sich die Pflicht des Kleingärtners, Handlungen zu unterlassen, die andere Gartenfreunde stören, erläutert Frau Vieth im Gespräch mit der Mitteldeutschen Zeitung. Des Weiteren würden sich die Tiere durch die Fütterung stark vermehren.

Für Maria und Horst Werner steht fest: Wie man mit ihnen verfahren ist, das war nicht in Ordnung. Die Mutter der drei Kätzchen, die sich im Tierheim Köthen befinden, die hat das Ehepaar mit nach Hause genommen. Und um ihre Schützlinge in der Fasanerie werden sie sich weiter kümmern, das ist sicher. Vielleicht findet sich aber auch ein neuer Besitzer für ihre Lieblinge, hoffen sie.