Grundsteinlegung Grundsteinlegung: Neue Wohnungen entstehen «An der Windwühle»
KÖTHEN/MZ. - Er ist bei der WGK Azubi im dritten Lehrjahr und will danach ein Bauingenieurstudium absolvieren. Da könne doch ein bisschen Praxis nicht schaden, meinte Heiduczek und beobachtete die Prozedur. Christoph Heidel versenkte dann die Plasthülse im Fundament. Und vertraute damit ein Köthener Amtsblatt, die Mitteldeutsche Zeitung vom Tage, einige Münzen, die Bauzeichnungen und Werbematerial der WGK einer fernen Zukunft an. Denn ob die Hülse in einigen hundert Jahren mal wieder ausgebuddelt wird, wer weiß das schon.
Auf dem Areal an der Windmühlenstraße / Ecke Jürgenweg sollen in nächster Zeit insgesamt 50 Wohnungen entstehen. Die WGK investiert dafür rund fünf Millionen Euro. Als erstes wird ein Laubenganghaus errichtet mit 18 Wohnungen, 16 davon sind barrierefrei. Die Fertigstellung dieses Hauses ist für September 2010 geplant. Danach sollen bis 2012 im Bereich der Windmühlenstraße weitere 32 Zwei- und Dreiraumwohnungen entstehen. Zeitgemäß ist auch das energetische Konzept. Die Beheizung der Wohnungen erfolgt über Erdwärme und Solarkollektoren.
Oberbürgermeister Kurt-Jürgen Zander zeigte sich über das Vorhaben erfreut. In der jüngsten Zeit sei viel über den Abriss geredet worden, jetzt entstehe etwas Neues - und das in einer attraktiven Wohnlage. Monika Heiduczek knüpfte daran an. Vor sechs Jahren habe sie zum Geburtstag einen Bagger geschenkt bekommen, mit der bissigen Bemerkung "für die Geschäftsführerin des Abrisses". Das stimme nun nicht mehr, jetzt werden mit dem Bagger neue Häuser gebaut. "Es ist ein beliebtes Wohngebiet, deshalb haben wir uns zu dieser Investition entschlossen", sagte Heiduczek. Und sie erinnerte daran, dass hier vor nicht allzu langer Zeit noch Wohnungen standen. Die waren allerdings in sehr desolatem Zustand. Weil sich die Sanierung nicht mehr lohnte, ließ die Wohnungsgesellschaft in diesem Viertel 200 Wohnungen abreißen.
Die ersten Bauarbeiten haben indes zu kritischen Anmerkungen von Anwohnern aus dem Jürgenweg geführt. Als eine Trägerbohlwand an zwei Tagen in die Erde gerammt wurde, beklagten Anwohner die dadurch verursachten Erschütterungen. Und für die Baustelle musste auch etwas Grün verschwinden. Die Stahlwand, erläuterte Hans-Ulrich Zimmer vom für den Bau verantwortlichen Ingenieurbüro Zimmer und Rau, sei absolut notwendig gewesen, um die im Fußweg befindlichen Kabel und Leitungen sowie die Straße vor einem Abrutschen zu sichern. Das Grün, das weggenommen wurde, werde nach Abschluss der Arbeiten wieder ersetzt und durch einige neue Bäume noch ergänzt, fügte Heiduczek hinzu und bat um Verständnis: "Wenn gebaut wird, entsteht auch mal Lärm."