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Flüchtlinge in Köthen Flüchtlinge in Köthen: Baustart für Gemeinschaftsunterkunft in der Augustenstraße

Von Helmut Dawal 30.03.2016, 20:00
Georg Wagner  von Pro Shelter, Koordinator Peter Rietmann und  Objektverantwortlicher Finn Meurer (von links) vor den ersten, für Flüchtlinge hergerichteten Räumen in der Augustenstraße.
Georg Wagner  von Pro Shelter, Koordinator Peter Rietmann und  Objektverantwortlicher Finn Meurer (von links) vor den ersten, für Flüchtlinge hergerichteten Räumen in der Augustenstraße. Heiko Rebsch

Köthen - Die Firma Pro Shelter Gesellschaft für integriertes Wohnen aus Berlin ist dabei, in der Köthener Augustenstraße eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge herzurichten. In den ersten Zimmern stehen bereits Doppelstockbetten und Tische. Schritt für Schritt werden weitere Räume vorbereitet oder für ihre künftigen Zwecke, beispielsweise als Küchen, Toiletten oder Duschräume, umgebaut und ausgestattet. „Wir werden in Bälde aufmachen“, teilte Georg Wagner, bei Pro Shelter für „Soziale Einbettungen“ zuständig, in einem MZ-Gespräch mit.

Die Gemeinschaftsunterkunft entsteht in schon vorhandenen und noch zu bauenden Gebäuden auf dem Gelände der einstigen Eisengießerei in unmittelbarer Nachbarschaft zur Lackfabrik Köthen. Eine Objektgesellschaft, erläuterte Wagner, habe das 14.000 Quadratmeter große Areal erworben und vermiete es an Pro Shelter. „Alles, was wir hier tun, erfolgt in enger Abstimmung mit dem Landratsamt“, betonte Georg Wagner.

Häuser sind winterfest

180 bis maximal 225 Plätze soll die Gemeinschaftsunterkunft haben, das entspreche der Ausschreibung vom vergangenen Jahr, informierte Wagner. 40 Plätze werden in früheren Bürogebäuden geschaffen. Der Großteil der Flüchtlinge soll in sogenannten Modulbauten untergebracht werden. Das sind Low-Cost-Häuser, also Billig-Häuser. Errichtet werden sie aus gedämmtem Stahlblech. Die Häuser sind winterfest und entsprechen den deutschen Bauvorschriften.

Über 20 derartige Bungalows will Pro Shelter errichten lassen. Dafür vorgesehen ist ein Stück Land, das sich zwischen den Gärten hinter den Häusern der Leopoldstraße und dem Zaun zum Grundstück der Objektgesellschaft befindet. Diese Fläche, erläuterte Wagner, wird aufgeschottert. Darauf kommen dann die Bungalows. Fundamente werden nicht angelegt. Für die Bungalows wurde bei der Stadt Köthen die Baugenehmigung beantragt. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, sagte Wagner. Die Bungalows selbst dienen nur zum Aufenthalt und zum Schlafen. Mit Toilette und Waschraum sind sie nicht ausgestattet. Dafür stehen den Bewohnern Gemeinschaftseinrichtungen zur Verfügung.

Firma sucht Personal

Pro Shelter hat mit der Rekrutierung des Personals zum Betreiben der Gemeinschaftsunterkunft begonnen. Finn Meurer wurde als Objektbetreuer eingesetzt. Auch ein Hausmeister hat seine Arbeit bereits aufgenommen. „Sieben bis acht Leute vom Betreuer bis zum Wachschutz werden wir benötigen“, äußerte Georg Wagner. Das Personal soll möglichst aus der Region kommen. „Wir versuchen, gemeinsam mit dem Jobcenter Leute zu finden.“

Peter Rietmann verfolgt als Anwohner das Geschehen. Sein Urteil: „Es sind helle, warme und freundliche Unterkünfte.“ Er steht Pro Shelter helfend zur Seite. Als Chef des früher hier ansässigen Bildungszentrums Anhalt kennt er sich bestens aus, weiß, wo sich beispielsweise die Sicherungskästen und Wasseranschlüsse befinden. Lobenswert findet Rietmann das Betreuungskonzept von Pro Shelter. „Sie wollen den Flüchtlingen eine Perspektive geben, vom Erlernen der deutschen Sprache bis hin zur Integration in den Arbeitsmarkt“, weiß er zu berichten.

So sieht es auch Georg Wagner. Sobald die ersten Bewohner in der Gemeinschaftsunterkunft in der Augustenstraße angekommen sind, soll auch die Initiative „Willkommen in Köthen“ tätig werden. „Wir wollen die Initiative gern mit einbeziehen“, so Wagner. (mz)

Die Unterkünfte sind spartanisch eingerichtet
Die Unterkünfte sind spartanisch eingerichtet
Heiko Rebsch
Auf den langgestreckten Flächen zwischen den Gärten hinter den Häusern der Leopoldstraße und dem Zaun zum Grundstück der Objektgesellschaft sollen   über 20 Billig-Bungalows    errichtet werden.
Auf den langgestreckten Flächen zwischen den Gärten hinter den Häusern der Leopoldstraße und dem Zaun zum Grundstück der Objektgesellschaft sollen   über 20 Billig-Bungalows    errichtet werden.
Heiko Rebsch