Das Studienjahr beginnt Das Studienjahr beginnt: Hochschule Anhalt bietet in Köthen wieder Vorlesungen für Senioren

Köthen - „Wie funktioniert eine Solarzelle?“ Das Thema der ersten Veranstaltung des Seniorenkollegs der Hochschule Anhalt am Standort Köthen versprach interessant zu werden.
Und wirklich, es kamen etwa 100 wissbegierige Senioren, um den Ausführungen des Hochschulpräsidenten Professor Jörg Bagdahn zu lauschen. Das war am 19. Oktober 2016, also vor fast zwölf Monaten.
Inzwischen ist das Seniorenkolleg zu einem festen und gefragten Angebot der Hochschule in der Bachstadt geworden. Ähnlich wie in Bernburg, wo es seit 15 Jahren guten Zuspruch erfährt. Von dort hat es die heutige Verwaltungsleiterin der Hochschule, Sabine Thalmann, nach Köthen geholt.
Vorlersungssaal war zum Seniorenkolleg stets gut gefüllt
„Die Nachfrage war da. Gut, dass Sabine Thalmann in Köthen alles auf den Weg gebracht hat. Das Seniorenkolleg ist ihr richtig ans Herz gewachsen“, erinnert Doreen Hennen, Justiziarin der Hochschule und ehrenamtlich für das Seniorenkolleg in Köthen zuständig.
Das erste Jahr sei wirklich gut gelaufen, der Hörsaal im Roten Gebäude fasse etwa 120 Personen, 100 Plätze seien immer besetzt gewesen. Das schwanke natürlich und hänge letztlich vom Thema ab, ergänzt sie. Einige der Teilnehmer reisten gar von Bitterfeld-Wolfen und von Dessau an, um die Vorträge zu hören.
Die dauern etwa eine Stunde, danach bestehe die Möglichkeit, Fragen zu stellen, sich auszutauschen. „Davon wurde bislang sehr rege Gebrauch gemacht. Viele stehen noch gut im Stoff, auch im naturwissenschaftlichen Bereich“, erzählt Doreen Hennen.
Ein Urgestein der Hochschule freut sich über das erfolgreiche Projekt
Einer der zu dieser Gruppe gehören dürfte ist Hans-Werner Thote. Der 80-Jährige bezeichnet sich selbst als Urgestein der Hochschule, von 1969 bis 1987 hat er dort gearbeitet, dann ist er bis zum Ausscheiden aus dem Berufsleben in der Industrie tätig gewesen.
„Ich habe die Veranstaltungen des Bernburger Seniorenkollegs mit Interesse verfolgt. Als es dann hier in Köthen losging, war ich dabei“, berichtet er. Über den riesigen Zuspruch habe er sich sehr gefreut, fügt Thote hinzu. Ihn interessiert, was bei seiner beruflichen Vita nicht verwundert, die Hochschule sowieso.
Er findet es aber umso wichtiger, dass sie sich auch mit dem Seniorenkolleg für die Bevölkerung öffnet. „Die Hochschule ist die wichtigste Institution in dieser Stadt. Das begreift bloß nicht jeder“, stellt er seine Position unmissverständlich klar.
Teilnahme am Seniorenkolleg ohne Anmeldung und Kosten
Und die für Teilnehmer kostenfreie Veranstaltungsreihe, für die man sich auch nicht anmelden muss, hat einiges zu bieten. Die Angebote ermöglichen allen Interessierten, ob mit oder ohne Vorkenntnissen, ob etwas jünger oder wirklich schon im Seniorenalter, sich weiterzubilden.
Das Stichwort lebenslanges Lernen wird hier Wirklichkeit, es gibt keine Voraussetzungen, um dabei zu sein. Thote etwa findet es wichtig, dass er und seine Mitstreiter neue Ergebnisse aus Forschung und Entwicklung mitgeteilt bekommen, dass sie erfahren, mit welchen wissenschaftlichen Themen die Mitarbeiter sich beschäftigen.
Für die Hochschule selbst ist der Kontakt zu den Großeltern und Eltern junger Leute natürlich eine gute Werbung. Die Bildungseinrichtung könnte ja auch etwas für den Nachwuchs sein.
„Wir wollen so Schwellen abbauen, Verbindungen zu den Bürgern der Stadt knüpfen
„Wir wollen so Schwellen abbauen, Verbindungen zu den Bürgern der Stadt knüpfen“, bestätigt Doreen Hennen. Dass dies funktioniert, fügt sie hinzu, zeige sich auch am Verhalten der Teilnehmer des Seniorenkollegs. Die seien aktiv bei der Sache, was eine Wertschätzung für den jeweiligen Referenten ist.
Vielleicht ist dies auch ein Grund dafür, dass bislang noch keiner der Hochschulprofessoren abgesagt hat, als er um einen Vortrag gebeten wurde. Einen solchen können übrigens selbst die Teilnehmer halten. Doreen Hennen würde sich freuen, wenn sich jemand bei ihr meldet, der etwas von seiner Arbeit zu berichten weiß. Das Studienjahr 2017/2018 beginnt am 18. Oktober mit dem hochaktuellen Thema „Anpassungen im Pflanzenbau an Klimaveränderungen“.
War es vor einem Jahr der derzeitige Hochschulpräsident, Jörg Bagdahn, der den Startschuss gab, so ist es jetzt der Ex-Präsident der Hochschule Anhalt, Professor Dieter Orzessek, der die Wissenshungrigen garantiert auf einen interessanten Exkurs mitnehmen wird. (mz)
Weitere Information finden sich im Internet unter der Adresse www.hs-anhalt.de/nc/studium/studienangebote/seniorenkolleg.html
18. Oktober: „Anpassungen im Pflanzenbau an Klimaveränderungen“, Prof. Dr. Dieter Orzessek
15. November: „Wie funktioniert der Fassadenzauber?“, Prof. Dr. Steffen Strauß
20. Dezember: „Schokolade ist meine Gemüse“, Prof. Dr. Katja Kröller
31. Januar: „Interdisziplinäre Behandlungskonzepte bei Darmkrebs“, Prof. Dr. med. Brigitte Kipfmüller
21. Februar: „Vorstellung von studentischen Auslandsbauprojekten, insbesondere Haiti-Projekt“, Prof. Dr. Claus Dießenbacher
14. März: „Tsingtau, ein Musterstädtchen des Deutschen Kaisers Wilhelm II“, Prof. Dr. Rudolf Lückmann
18. April: „Ernährungsphysiologische Charakterisierung neuer Milchprodukte“, Prof. Dr. Thomas Kleinschmidt
23. Mai: „Algen“, Prof. Dr. Carola Griehl
13. Juni: Exkursion zum Hochschulstandort Bernburg, Fachbereich Landwirtschaft, Ökotrophologie und Landschaftsentwicklung (Abfahrt 14 Uhr, Bernburger Straße, vor dem Roten Gebäude, Rückfahrt ca. 17 Uhr)
Die Veranstaltungen beginnen immer 16.15 Uhr im Weißen Gebäude der Hochschule Anhalt in der Bernburger Straße von Köthen.