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Anhalt-Bitterfeld Anhalt-Bitterfeld: Kleine Schachkönige zieren bald Kalenderblatt

Von ANNE BÖTTGER 12.11.2010, 19:22

OSTERNIENBURG/MZ. - Der achtjährige Randy hat keine Geduld mehr. "Wann bin ich denn endlich an der Reihe? Wann darf ich spielen?" Erzieherin Bärbel Braune muss ihn vertrösten. Denn alle Kinder wollen es. Sie wollen nachdenken, geschickte Spielzüge setzen und vor allem eins: Ihre Gegner Schachmatt setzen.

Denn die Knirpse aus der Kindertagesstätte Haus Regenbogen in Osternienburg sind besonders pfiffig: Schon im Vorschulalter, mit fünf Jahren, lernen sie Schachspielen wie die Großen und bringen damit nicht nur ihre Eltern zum Staunen, sondern auch den Kinderbeauftragten der Landesregierung Gerd Keutel.

Der wollte sich nämlich vor Ort über das Projekt informieren, weil sich die Kita Haus Regenbogen damit für den diesjährigen "Kita Vital"-Preis des Sozialministeriums bewirbt. In diesem Jahr geht es bei dem Preis um Kreativität, und von den 70 Kitas aus ganz Sachsen-Anhalt, die sich beworben haben, hat es die Osternienburger Kita schon unter die besten Zwölf geschafft. "Wer die drei Sieger sind, das entscheidet eine vierköpfige Jury wahrscheinlich schon in der nächsten Woche", sagt Gert Keutel der MZ. "In jedem Fall wird die Kita aber in unserem neuen Kita-Vital-Kalender vertreten sein, der bundesweit verschickt wird. Denn gute Ideen müssen bekannt gemacht werden", meint der Kinderbeauftragte.

Von dem Schach-Projekt ist er fest überzeugt: "Das ist eine ideale Vorbereitung auf die Schule." Aber wie bringt man Vorschulkindern ein solch komplexes Brettspiel bei und vor allem, wie interessiert man sie dafür? Erzieherin Bärbel Braune jedenfalls hat den Dreh raus: Wenn die Kinder das erste Mal kommen, erzähle sie zunächst die indische Weizenkornlegende. Dann folgten erste Figuren-Fakten, wie Aussehen und Position. Wenn es den Fünf- bis Zehnjährigen dann Spaß macht, könnten sie einmal in der Woche freiwillig an der Schachstunde teilnehmen. Nach ungefähr einem Vierteljahr könnten die Kinder auch schon selbst spielen.

Und dann sind sie von den Schachbrettern nicht mehr wegzudenken. "Es macht so viel Spaß nachzudenken", begründet Hortkind Randy. Die achtjährige Emelie will unbedingt nochmal Schachkönigin werden. Aber warum alle Kita-Kinder so begeistert vom Schachspielen sind, bringt der fünfjährige Paul auf den Punkt: "Wir wollen alle gewinnen!"