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Männer werden an die «Kette» gelegt

Von Evelyn Jochade 11.02.2008, 16:48

Schützberg/MZ. - Aha, dachte sich vielleicht so mancher Gast, hier in Schützberg werden die Männer nummeriert, wie praktisch. Da kann keiner so schnell verloren gehen. Schließlich haben die doch so einen schlechten Orientierungssinn, vor allem zur Fastnacht nach dem einen oder anderen kleinen flüssigen Glücklichmacher.

Oder sind die Schützberger Männer jetzt allesamt unter die Hütchenspieler gegangen? Das traf es, wenn auch in abgewandelter Form, tatsächlich. "Unsere Platzmeister", so klärten die dazugehörigen, elegant in langer Robe gekleideten, Damen Doreen Nitzsche und Sindy Stolze auf, "werden mit den Männern noch einige Spielchen veranstalten, damit sich schnell Tanzpaare zusammenfinden."

Doch wie sich das genau gestalten sollte, das verrieten weder Marco Patzschke noch Matthias Springer (warum eigentlich nur die Männer solch eine Kette bekamen, war ebenfalls nicht zu erfahren). Genau genommen hätte das auch nicht sein müssen, denn bereits nachdem DJ Rossy die ersten Klänge in dem kleinen Saal der Gaststätte hören ließ, drehten sich die Ersten auf der Tanzfläche. Die Platzmeister, die mit ihren rot umwickelten Zylindern richtig schnieke aussahen, hatten gut zu tun und fanden sich zur Erholung des Öfteren an der Theke ein.

Dort stand auch Elisabeth Letz (19) und nippte an einem leckeren Eierlikör. Auf die Frage, ob es denn für junge Leute wie sie in dem kleinen, rund 150 Einwohner zählenden Ort nicht etwas zu ruhig sei, meinte sie: "Keinesfalls. Unser Dorf ist doch ein Schmuckstück. Ich finde es wirklich schön hier." Diese Meinung vertrat auch Torsten Bethke. Für das Mitglied des Schützberger Heimatvereins und den Vater von Drillingen, wie er sich vorstellte, ist das Fastnachtswochenende zwar immer sehr anstrengend, aber auch schön. "In Schützberg steppt zweimal im Jahr der Bär", klärte er auf. "Einmal zu Fastnachten und einmal zum Dorffest." Als Chef vom über 20 Mann starken Männerballett hat er insbesondere zum Dorffest viel Arbeit zu leisten.

Wie lange nun die Fastnachtsfete am Sonnabend in den Sonntag hineinragte, das hätte man sicher an den Mienen der Schützberger Zemperer am Sonntagmorgen ablesen können.