Laute «verbrannte Pfannkuchen»
Jessen/MZ. - Wer wollte, wen esinteressierte, und das waren nicht wenige,hatte am Samstagabend im Forum des JessenerGymnasiums ausreichend Gelegenheit, ein breitesSpektrum junger Musik zu hören.
Zum fünften Mal war der regionale Bandnachwuchszu einem Workshop zusammengekommen, um mehrereTage, diesmal von Donnerstag bis Sonntag,gemeinsam zu leben, zu proben und zu musizieren.Dankbarerweise stellte das Gymnasium in denHerbstferien zum zweiten Mal dafür der EvangelischenJugend im Wittenberger Kirchenkreis, seineRäumlichkeiten zur Verfügung.
Am Samstagabend krönten die vier Bands undzwei Projekte dort die Ergebnisse ihrer dreitägigenArbeit mit viel beachteten Auftritten. Dasses da bei manchem Akkord die Wände zu wackelnschienen, war den Anwesenden gerade recht.Jeder im Saal spürte, dass die jungen Leute,die auf der Bühne standen, für ihre Musikbrennen. Hier ging es, so Ekkehard Bechler,der gemeinsam mit Marko Kappaun und weiterenfünf Betreuern stets Ansprechpartner für die35 Jugendlichen war und für den reibungslosenAblauf sorgte, nicht um einen Wettbewerb,hier wollten die Zwölf- bis 18-Jährigen voneinanderlernen. Dafür habe man in diesem Jahr denWorkshop um einen Tag verlängert. Die Erfahrungzeige, dass, wer einmal diese Veranstaltungbesucht hat, schon einen großen Impuls fürseine musikalische Entwicklung bekommen hat."Wenn ich mir verschiedene Leute heute anseheund mit zum Beispiel vor zwei Jahren vergleiche,da ist tatsächlich ein Qualitätssprung zubemerken", schätzte Bechler ein.
Mit fünf Liedern hatte jede Band die Chance,dem geneigten Publikum ihre Art Musik nahezu bringen. Zugaben wurden aus Gründen derFairness nicht gestattet, auch wenn das Publikumim Forum noch so vor Begeisterung klatschteund pfiff. Die jungen Musiker brachten sowohlbekannte Stücke auf die Bühne, als auch eigeneKompositionen und Texte. Diese waren teilweisesehr kreativ und kamen bestens an. SelbstLieder von Wolfgang Petry waren zu hören,selbstredend in einem anderen Arrangement,jugendlich aufgerockt. Dem Publikum jedenfallsgefiel es. Wenn auch so mancher Zuhörer, wieDaniel, Schüler der 11. Klasse am JessenerGymnasium, speziell auf die Band wartete,die "seine" Musik spielte. Die Idee, hierso ein Treffen zu machen, fand Daniel toll.Geduldig wartete er da auf Heavy-Metall-Klängevon "Not Alone". Andere wiederum standen eherauf "The Radiators", "Delivery" oder "Firepankaka",was so viel wie verbrannte Pfannkuchen heißensoll.
Sina aus der 8. Klasse des Gymnasiums hatteihre Freundin Josi aus Linda mitgebracht.Die hübschen jungen Mädchen hatten es sichauf der Treppe bequem gemacht. So konntensie alles prima überblicken und die Musikgenießen. Selbst auf der Bühne zu stehen,käme aber nicht in Frage, sie könnten beidedoch nicht singen, lachten sie. Wie beliebtund inzwischen bekannt der hiesige Workshopist, lässt sich daran ablesen, dass selbstjunge Leute aus Magdeburg und Halle daranteilnehmen.