Kreis Wittenberg Kreis Wittenberg: Keine Ruhe nach Jubiläum
SCHWEINITZ/MZ. - Durch die Aufnahme von acht Jugendlichen sank das Durchschnittsalter des Vereines auf unter 36 Jahre. Bei den Lyra-Spielern liegt es mit 28 Jahren sogar noch deutlich darunter. Überhaupt schenken die Verantwortlichen der 62 Köpfe zählenden Vereinigung von jeher der Nachwuchsgewinnung große Aufmerksamkeit. Derzeit befinden sich vier Trommler und fünf Flötisten bei ihnen in der Ausbildung.
Ausdruck erfolgreicher Nachwuchsarbeit ist auch das Party-Ensemble, in dem die Jugend des Spielmannszuges vereint ist. Im vergangenen Jahr spielten die jungen Musiker insgesamt neun Mal auf. Darunter waren Auftritte in Schweinitz zur Fastnacht, zu Frühlingsfest und Heimatabend, beim Festkonzert anlässlich des Jubiläums sowie beim historischen Festumzug in Reicho und beim Holzdorfer Karneval. Stets bewiesen sie ihr gereiftes Können und bekamen für ihre Auftritte viel Applaus.
Für dauerhaft gute Leistungen aber ist regelmäßiges Üben unabdingbar, zumal die neu aufgenommenen Kameraden und Kameradinnen ihr Repertoire vervollkommnen müssen. Selbstverständlich, so erklärte Tino Jaekel in seinem Jahresbericht, könnten diese sich dabei auf die Unterstützung aller Spielkameraden verlassen. Genau diese Erfahrung haben Christian Tänzer (21), Tobias Michalke (17) und Florian Klotz (17) bereits gemacht. Sie kamen mit elf bzw. 13 Jahren zum Spielmannszug und gehören heute als Lyra-Spieler, Trommler und Flötist fest zum Ensemble. Dass sie an einem solch großen Ereignis wie dem 100. Geburtstag ihres Vereins mitwirken durften, machte sie beim Anschauen der Fotos in den Ordnern schon ein wenig stolz.
Die Spielleute waren aber auch zusammen gekommen, um über einen neuen Vorstand zu entscheiden. Bis zum Dezember hatten sie Gelegenheit gehabt, dafür Vorschläge zu unterbreiten. Heraus kamen drei Offerten, über die in geheimer Wahl abzustimmen war. Zunächst aber wurden die bisher Verantwortlichen nach der Annahme ihrer Rechenschaftsberichte entlastet und insbesondere dem bisherigen Vorsitzenden, Wolfgang Hecht, für seine Arbeit mit Blumen gedankt.
Das Wahlergebnis lag schnell vor. Uwe Albrecht, Tino Jaekel und Norbert Müller fanden sich zur konstituierenden Runde zusammen, wobei den im Raum Zurückbleibenden klar war: "Norbert macht den Vorsitz." Kurze Zeit später war genau das amtlich und die neue Leitung mit Vorschusslorbeeren in Blumenform bedacht.
Auf diesen sich auszuruhen, kommt allerdings nicht in Betracht, denn wie Detlef Quas in seinem Bericht zum Vereinsleben andeutete: Auch 2011 wird seine Höhepunkte haben. 20 Auftrittstermine stehen schon fest. Den Anfang macht am 6. März der Karnevalsumzug in Pretzsch an der Elbe. Dass es für die Schweinitzer Kameraden auch Termine gibt, auf die sie sich ganz besonders freuen, ist verständlich. Ein solcher Höhepunkt im Vereinsleben dürfte die Fahrt nach Rechenberg sein. Nahe der Grenze zu Tschechien wird der Schweinitzer Spielmannszug im September am dortigen Brauereifest teilnehmen und garantiert sein Publikum begeistern. Und dann ist da schon wieder ein Jubiläum, das es zu feiern gilt: Am 14. Oktober wird der Jugendspielmannszug, heute auch Party-Ensemble genannt, 15. Damit ist er zwar noch nicht volljährig, aber das ein oder andere Gläschen darf dann schon mal geleert werden.
Übrigens, musste Norbert Müller sich mit der Übernahme des Vereinsvorsitzes auch von etwas trennen und zwar von seiner geliebten Chronik, die er seit 17 Jahren penibel führte. Die legte er jetzt in die Hände von Torsten Gregor. Peter Werner aber wird weiter den Internetauftritt der Schweinitzer Spielleute pflegen, wo sie unter www.spielmannszug-schweinitz.de
zu erreichen sind. Eine DVD vom 100-jährigen Jubelfest sowie eine neue Doppel-CD können Interessierte in den Fanshops Allianz-Agentur Schüßler in Jessen, Petras Nähkästchen und Isas Imbiß in Schweinitz erstehen.