Kindertagesstätte in Holzdorf Kindertagesstätte in Holzdorf: Zahlenland eröffnet

Holzdorf/MZ - Als Niklas Grund (6) mit dem Rechen noch mal über die Beete fuhr, war das so etwas wie ein Schlussstrich. Ein vorläufiger natürlich, denn die Pflege der Pflanzen in den zehn Spezialkübeln steht den Knirpsen aus der Awo-Tagesstätte „Am Wald“ in Holzdorf noch bevor. Genau das legte Jessens Bürgermeister Dietmar Brettschneider (CDU) bei der Eröffnung des Zahlengartens den Kindern ans Herz: „Der Garten ist schön angelegt, aber ihr müsst ihn auch pflegen.“
Ein wenig Übung haben sie bereits. Annika Donath (5) zeigte stolz ein Tisch-Gewächshaus, in dem Erbsen, Kohlrabi, Sonnen-, Ringelblumen und Schnittlauch ausgesät sind. Die Kresse guckte schon aus der Erde. Gesponsert hat das Haus der Landfrauenverband Sachsen-Anhalt. In seinem Projekt „Gartenkinder“ widmet er sich der gesunden Ernährung in Kitas und bildet dafür Beraterinnen aus. In Holzdorf brachte seine Vertreterin Christina Müller das Gewächshaus und die Sämereien mit. Sie erklärte zudem, was die Keimlinge brauchen. Ihre Hinweise kommen sicher auch den Geschenken zugute, welche die Schmetterlingsgruppe für den Muttertag im Mai vorbereitet. „Aber sie dürfen nicht in die Zeitung schreiben, was das ist“, forderte Annika.
Jungpflanzen stehen bereit
Zurück zum richtigen Garten. Voller Spannung hatten die 56 Kita-Kinder seit dem Herbst 2013 den Aufbau des Rondells und der Pflanzkübel verfolgt. Heute sollten sie ihren Zahlengarten endlich in Besitz nehmen. Die Kleinsten schauten interessiert zu, wie die Vorschüler sich um die Leiterin der Einrichtung scharten. Ramona Hasse hatte einen Tisch voller Jungpflanzen neben sich, die meisten davon stammten aus den heimischen Gärten der Erzieherinnen. Denn einfach nur das fertige Werk ansehen, entspräche nicht dem Sinn der Anlage.
Die Schweinitzer Gartenarchitektin Ulrike Beetz, die schon das Gesamtkonzept der im November 2012 eröffneten integrativen Awo-Tagesstätte konzipiert hatte, freute sich über das zweite gelungene Werk in der Holzdorfer Einrichtung: „Als der Kindergarten gebaut wurde, war für solche außergewöhnlichen Ideen das Geld zu knapp.“ Dennoch geriet das Bauprojekt zu einem Schmuckkästchen, in dem sich die Kinder durch die liebevolle Betreuung der neun Erzieherinnen pudelwohl fühlen. Und dank der Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt wurde jetzt auch der lang ersehnte Zahlengarten realisiert. Auf dass an diesem wichtigen Tag alles gut geht, hatte Sigrun von Bartnitzke als Vertreterin des Awo-Kreisverbandes Wittenberg Besen, Rechen und Gießkannen als Geschenk mitgebracht. Diese wurden gleich genutzt.
Kaum waren die eröffnenden Worte von Ramona Hasse verklungen, das rot-weiße Trennband zerschnitten, stürzten die Kinder an die Arbeit. Unglaublich geschickt wurde Bottich für Bottich im Rund bepflanzt. Streng nach den Regeln des Zahlengartens, die da heißen: Immer so viele Pflanzen gehören in das Gefäß, wie es Ecken hat. So kamen beispielsweise in die Nummer 4 vier Tomatenpflanzen, in die Nummer 5 fünf Bohnensamen und Novalee Ludwig (5), die sofort erkannte, dass es sich um Erdbeerpflanzen handelte, durfte deren sieben in den Bottich mit den sieben Ecken setzen.
Aufgaben für die Paten
Jetzt heißt es für die Kinder, geduldig warten und die Anlage betreuen. Damit das auch klappt, bekamen sie als Paten wichtige Aufgaben zugewiesen: Die Bottiche eins und zwei betreuen von nun an die Krippenkinder. Die werden staunen, wenn im ersten Gefäß der Riesenkürbis sprießt. Die Schmetterlingsgruppe wird sich um die Nummern drei bis sechs kümmern. Marilyn Wille (5) aus Holzdorf wusste sofort, dass das in dem sechsten Kübel Kohlrabis sind. Und die Igelgruppe übernimmt die Nummern sieben bis zehn, also auch den Holzbottich mit den allermeisten Ecken und Pflanzen. Ramona Hasse verkündete: „Alle Früchte, die hier im Zahlengarten wachsen, dürft ihr naschen“.