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Kinderbetreuung Kinderbetreuung: Ein Sack voller Ideen im Kindergarten

Von Gabi Zahn 06.11.2013, 18:50
Vor dem farbenfrohen Waldbild im Foyer erzählen die Mädchen und Jungen singend und tanzend von ihren Erlebnissen im Kindergarten.
Vor dem farbenfrohen Waldbild im Foyer erzählen die Mädchen und Jungen singend und tanzend von ihren Erlebnissen im Kindergarten. Gabi Zahn Lizenz

Holzdorf/MZ - So schnell vergeht die Zeit: Anfang November 2012 öffnete die Kindertagesstätte (Kita) „Am Wald“ in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt (Awo) zum ersten Mal ihre Türen, und die Kinder zogen mit ihren Erzieherinnen fröhlich in das neue Haus ein. Genau ein Jahr später feiern sie den ersten Jahrestag. Viele Gäste folgen der Einladung und werden am Vormittag von den Kindern mit fröhlichen Liedern, Gedichten und Tänzen willkommen geheißen.

Gern in der Natur

Sie erzählen darin über ihren Tagesablauf, lassen wissen, dass sie gern draußen herumtoben – und sogar einen „verliebten Igel“ beobachtet haben. Das Wandbild, das der Holzdorfer Grafik-Designer Heinz-Helge Schulze anlässlich der Einweihung gezeichnet hat, erweist sich nicht nur als farbenfrohe Kulisse, sondern symbolisiert auch, wie intensiv sich die 51 Mädchen und Jungen mit der Natur beschäftigen. Das gefällt insbesondere Detlef Schulze vom Betreuungsforstamt Annaburg, der als Nachbar häufig Gast in der Einrichtung ist.

Glückwünsche übermitteln ebenso Vertreter der Stadt Jessen, auch Stephan Lutzmann von der Volksbank sowie Martina Nowack, Grundschulleiterin aus Schweinitz, und Betty Riedel von der Evangelischen Grundschule Holzdorf. Im Laufe des Tages kommen viele weitere hinzu. Der Tisch für die Präsente füllt sich. Viele Gäste haben die Entwicklung der Einrichtung übers Jahr mitverfolgt und manche Dinge selbst mit auf den Weg gebracht. Großen Anteil daran haben die Familien der Kinder.

Andreas Breitbach-Liebe vom Elternbeirat bekundet: „Es war fantastisch mitzuerleben, wie schnell sich die Kinder hier eingewöhnt haben. Selbst die pädagogische Arbeit profitiert vom neuen Umfeld. Wir haben schon vieles bewerkstelligen können, doch der Sack voller Ideen wird nicht leer.“ Was in den zurückliegenden Monaten bewerkstelligt wurde, zählt Kita-Leiterin Ramona Hasse gemeinsam mit den Mädchen und Jungen auf: Im Februar wurde das dringend benötigte Schuhregal montiert. Seit März lernen die Steppkes mit Hilfe eines Zahlenstrahls erste Grundbegriffe der Mengenlehre.

Große Altstoffaktion

Im April wurde Spalierobst gepflanzt und im Juni der Sonnenschutz montiert. Auch der Spielplatz hat jetzt mehr Aktionsmöglichkeiten, unter anderem durch die Balancierbalken, die von der Stadt Jessen aufgebaut wurden. Ramona Hasse erinnert an die Altstoffaktion: „Wir haben viel Papier gesammelt und die Tonne gefüttert. Das Geld hilft uns, einige Wünsche zu erfüllen.“ Schon jetzt sind die Kinder glücklich, dass sie künftig draußen im Freien Theater spielen können. Annemarie Schällig vom Bauamt der Stadtverwaltung freut sich, dass die geplante Arena und das kleine Fundus-Häuschen noch pünktlich vor dem Jahrestag fertiggestellt wurden.

Einige Schritte entfernt „wächst“ schon das nächste Projekt: „Wir bekommen einen Zahlengarten“, rufen die Kinder vielstimmig – und verraten damit, was es mit der derzeit abgesperrten Fläche auf dem Außengelände auf sich hat. Die Stiftung Umwelt, Natur und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt finanziert die Anlage, die mehrere Tausend Euro kostet, zu 90 Prozent. Kofinanziert werde mit eigenen Geldern und mit Eigenleistungen, wie die zuständige Awo-Fachdienstleiterin Siegrun von Bartnitzke informiert.

Begeistert von diesem Vorhaben zeigt sich ebenfalls Stromversorger Envia-M und steuert 500 Euro bei. Als ausführender Betrieb unterstützt die Baumschule Eckardt mit mancher zusätzlichen Idee. Das Projekt sieht vor, mehrere Hochbeete in geometrischen Formen (z.B. Dreieck, Viereck, Kreis) als Zahlensymbole um einen Pavillon herum zu installieren. Für den Bewuchs sind einheimische Kräuter und Obstgehölze vorgesehen.

Mehrere hundert Gäste

Zur großen Geburtstagsfeier kommen am Nachmittag noch mehr Gäste, vor allem Eltern, Großeltern und Geschwister. An die 300 Personen sind zeitweise versammelt. In weiser Vorausschau haben viele Muttis fleißig gebacken und ein üppiges Kuchenbuffet arrangiert. Melanie Mäder, die Mutti des kleinen Emil, bemalt lachende Kindergesichter mit Schminke, und an der Bastelstraße des „Wir“-Vereins haben große und kleine Leute reichlich zu werkeln. Eine Tombola, bei der es keine Nieten gibt, wird regelrecht gestürmt.

Der Erlös könnte helfen, eine weitere Idee umzusetzen: Speziell für handwerklich interessierte Kinder soll eine Holzwerkstatt entstehen. Ramona Hasse bewegt bei allem Trubel in dem neuen Haus ein Gedanke: „Es macht viel Spaß zu sehen, wie gern unsere Kinder ihre Tagesstätte mitgestalten. Selbst beim Erdaushub haben sie mit ihren Spielzeugbaggern geholfen, was sehr anstrengend war. Hinterher zeigten sie ihren Eltern stolz, was sie selbst gebaut hatten.“

Am Abend rückt die Holzdorfer Feuerwehr zum Sondereinsatz „Laternenumzug“ aus, mit dem der schöne Tag einen stimmungsvollen Abschluss findet.

Kita-Leiterin Ramona Hasse (2.v.l.) freut sich über viele Glückwünsche - hier von Franziska Hanowski (r.), die im Namen der Stadtverwaltung Jessen gratuliert, und von der Schweinitzer Schulleiterin Martina Nowack.
Kita-Leiterin Ramona Hasse (2.v.l.) freut sich über viele Glückwünsche - hier von Franziska Hanowski (r.), die im Namen der Stadtverwaltung Jessen gratuliert, und von der Schweinitzer Schulleiterin Martina Nowack.
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