Jury hat befunden Jury hat befunden: Jeanette Timme wird Flämingkönigin
Dahme/MZ. - Als Silvia Nöbel als Noch-Königin das Wort ergreift, kehrt langsam Ruhe ein. Zweimal saß sie selbst auf einem solchen Stuhl, ehe sie im vergangenen Jahr in Möckern nach einem knappen Stechen als Siegerin den Fläming-Thron besteigen durfte. "Habt keine Angst, die Fragen sind zu bewältigen", empfiehlt sie den vier angereisten Kandidatinnen, unter denen sich zwei ihrer ehemaligen Konkurrentinnen befinden. Dann haben die Damen selbst das Wort. Eine ursprünglich erwartete fünfte Bewerberin ist nicht erschienen.
Mit ihren gerade mal 18 Lenzen ist Claudia Müller aus Dahmes Ortsteil Rosenthal das Nesthäkchen unter den Königin-Anwärterinnen. Der Jury schildert die Abiturientin den Stolz, den sie als Trachtenträgerin bei Festen jeder Art empfindet. Dass sie liebend gerne Repräsentantin des gesamten Flämings werden würde, glaubt man ihr aufs Wort. Auch die 28-jährige Zahntechnikerin Claudia Meiner aus Genthin (Landkreis Jerichower Land), die 23-jährige Steuerfachangestellte Jeanette Timme aus Möckern und Andrea Yasar, 35-jährige Bekleidungsgestalterin und Werbekauffrau aus Burg hegen natürlich diesen Wunsch. Die erste, wirklich schwere Aufgabe bewältigt das Quartett, als Noch-Königin Silvia Nöbel jede von ihnen einen Umschlag ziehen lässt. Darin verborgen: Situationsfragen, wie sie ihr selbst innerhalb ihrer einjährigen Amtszeit begegneten. Dass der eigentliche Reichtum des Flämings eben nicht Gold und Edelsteine, sondern seine Sitten, Bräuche und Trachten sei, lautet die Antwort der Rosenthalerin auf die ihr gestellte Frage. Ein Blick auf die Abstimmungsliste verrät: Wäre der Wettbewerb hier zu Ende, dann würde die neue Königin Claudia Müller heißen. Doch der dicke Brocken liegt noch immer vor den Bewerberinnen. Während die 18-köpfige Jury eine Pause einlegt, müssen die Kandidatinnen eine Liste mit 20 Fragen zum Fläming abarbeiten. "Ich selbst hätte die wenigsten Fragen beantworten können", gibt die Zeremonienmeisterin Sigrid Röthig zu, und das, obwohl sie maßgeblich in die Vorbereitung eingebunden war. Vertreter aller fünf beteiligten Landkreise haben gemeinsam am diesjährigen Fragen-Katalog gefeilt.
Nach zwei Stunden steht die Flämingkönigin 2002/2003 fest. Ihr Name: Jeanette Timme. 31,5 von 35 möglichen Punkten hatte sie erreicht. Gemeinsam stellen sich Silvia Nöbel und ihre Nachfolgerin den Kameras und steigen für ein Foto hinauf auf den Dahmer Rathausturm. Silvia Nöbel macht den übrigen Kandidatinnen Mut, es doch erneut mit einer Kandidatur zu versuchen. "Ich hätte es mir einfacher vorgestellt", gesteht die junge Rosenthalerin Claudia kein bisschen verstimmt. "Jetzt weiß ich: Wer hier das erste Mal mitmacht, kann gar nicht gewinnen." Trotzdem wird sie beim Fläming-Frühlingsfest am 4. und 5. Mai in Dahme dabei sein und ganz sicher auch während des Festes der dann gekürten Flämingkönigin zujubeln.