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Engagement  Engagement : Feuerwehr Steinsdorf erweitert Gerätehaus-Einfahrt

Von Gabi Zahn 19.05.2017, 18:46
Mit Tatkraft gehen die Feuerwehrleute zu Werke.
Mit Tatkraft gehen die Feuerwehrleute zu Werke. Gabi Zahn

Steinsdorf - Teil eins des Modernisierungsplanes der Freiwilligen Feuerwehr Steinsdorf hat geklappt: Das alte Fahrzeug, ein knallroter TSF Ford Transit, Baujahr 1966, konnte gut verkauft werden, an einen Interessenten aus Holland. Er hatte sich via Internet in den knallig roten Oldtimer verliebt. Das Geld wurde aufs städtische Konto überwiesen, soll Grundstock sein für die Finanzierung des Ersatzfahrzeuges.

Jetzt folgt Planteil zwei: Das Gerätehaus wird umgebaut, denn der Nachfolger des alten Gefährts, es war 1993 als Spende aus Kolbermoor/Bayern gekommen, soll eine Nummer größer ausfallen. Kassenwart Jan Rothe erläutert: „Vorgesehen ist ein wiederum gebrauchtes, aber sehr gut erhaltenes Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank, kurz TSFW genannt.“

Um es gut und sicher in der Garage parken zu können, müssen die beiden alten Tore aus- und ein größeres, drei mal drei Meter Rolltor, eingebaut werden.

Angesichts der knappen Stadtkasse haben die Steinsdorfer im Heimat- und Feuerwehrverein beschlossen, die Arbeiten in Eigeninitiative anzupacken, in Absprache mit der Kommune.

Gänzlich ohne Geld geht es freilich nicht. Schon im Vorjahr wurden eventuelle „Quellen“ recherchiert, so auch die enviaM-Sponsoring-Aktion „Mitarbeiter vor Ort“. „Wir haben einen Förderantrag gestellt und etwa vier Wochen lang die Daumen gedrückt. Dann kam die Bewilligung mit 900 Euro für den Umbau plus Übernahme der notwendigen Elektroinstallationsarbeiten“, berichtet Jan Rothe.

Darum will sich speziell Mike Lange aus Prettin kümmern. Er fungiert als Obermonteur im Netzbetrieb Falkenberg, ist Leiter der Ortsfeuerwehr Prettin und Annaburger Stadtwehrleiter.

„Mitarbeiter vor Ort“, eine Aktion der EnviaM-Gruppe, unterstützt ehrenamtliche Hilfe der eigenen Betriebsangehörigen in ihrer Heimatregion. Der Energiedienstleister bewilligte seit 2007 mehr als 1.600 Projekte. Die Fördersumme beträgt jeweils zwischen 500 und 2.000 Euro. Im Kreis Wittenberg profitierten davon 20 ehrenamtliche Initiativen, unter anderem die Sportgemeinschaft Turbine Vockerode, der Annaburger Wohngebietsverein „Hinter dem Neugraben“ und der Heimat- und Feuerwehrverein Steinsdorf, informierte enviaM-Pressesprecherin Josephine Sönnichsen.  GZN

Das „Klinkenputzen“ der Steinsdorfer war unter anderem erfolgreich bei der Firma Müller-Bohrtechnik, ebenso bei Elster-Kies-Betriebsleiter Marcus Leonhardt aus dem benachbarten Lindwerder: „Wir arbeiten ohnehin eng mit der Feuerwehr zusammen, führen jedes Jahr eine Übung auf unserem Gelände durch. Sollte bei uns ein Brand ausbrechen, wollen wir uns auf schnelle Hilfe verlassen können.“

Außerdem sei Steinsdorf maßgeblich beeinträchtigt vom Kiesabbau, bekundet Leonhardt und verdeutlicht: „Durch unsere Unterstützung können wir dem Ort etwas zurückgeben. Das ist ein Geben und Nehmen.“

Um das Projekt anzuschieben, hatte Elster-Kies, ein Unternehmen der Heidelberger Sand und Kies GmbH, im Vorjahr eine Spende von 1 000 Euro übergeben. Zudem wurde kürzlich Kies geliefert. Auch wenn kein rotes Schleifchen dran gesteckt war, wussten die Steinsdorfer, dass es sich dabei ebenfalls um ein Geschenk handelt.

Vergangenen Samstag waren sogar zehn Kameraden als ehrenamtliches Abriss- und Maurerteam vor Ort, darunter Malte und Arne Asmus sowie Marlon Kawa von der Jugendfeuerwehr. Schlagbohrer und Trennschleifer rattern und kreischen um die Wette. Auf der Rüstung behält Wehrleiter Tino Neumann den Überblick.

Nach vielen Stunden staubigen Werkelns sind die alten Tore abgehängt und ihre Rahmen aus dem Mauerwerk herausgestemmt. Auch die beiden neuen Träger wurden schon eingebaut. „Das Rolltor steht bereit, es ist kein neues. Wir haben es voll funktionstüchtig erwerben können“, lässt Jan Rothe wissen. Beim fachgerechten Einbau unterstützt Konrad Harz von der Elster-Tore GmbH - ein Unternehmen aus Zahna-Elster.

Alle weiteren Arbeiten wollen die Kameraden auch in der Freizeit bewerkstelligen, und das sind noch eine ganze Menge. Jan Rothe zählt auf: „Die Decke abhängen und verkleiden, fliesen, ein Fenster und einen Nebeneingang einbauen, die Zufahrt verändern, pflastern und hinten eine Treppe errichten. Davon profitiert auch das Dorfgemeinschaftshaus.“ Spätestens im nächsten Frühjahr soll Einweihung gefeiert werden.

(mz)