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Bandworkshop Bandworkshop: Schlaf wird zur Nebensache

Von Sven Gückel 16.10.2017, 10:01
Die Referenten Henry Stabel (r.) und Marko Kappaun (l.) geben den Jungs aus Neubrandenburg nützliche Tipps.
Die Referenten Henry Stabel (r.) und Marko Kappaun (l.) geben den Jungs aus Neubrandenburg nützliche Tipps. Sven Gückel

Jessen - Lange Gitarrensoli, die Klänge eines tiefen Basses, Trompeten- und Schlagzeugspiel sowie Gesangseinlagen füllten in den letzten Tagen der Herbstferien die Räume und Flure des Gymnasiums Jessen. Zum 14. Mal fanden in der Schule junge Musiker und Referenten zusammen, um gemeinsam einen Bandworkshop abzuhalten.

Langen Atem bewiesen

An Bandprojekten wie dem in Jessen haben sich mittlerweile viele versucht, bundesweit. Doch nur wenigen ist es gelungen, den langen Atem aufzubringen, den es für eine erfolgreiche Umsetzung braucht.

Ekkehard Bechler, Jugendreferent des evangelischen Kirchenkreises Wittenberg, der das Projekt seit 14 Jahren mit Unterstützung des Kinder- und Jugendpfarramtes Magdeburg, des Gymnasiums Jessen, des evangelischen Kinder- und Jugendbildungswerkes sowie des Sozialministeriums Sachsen-Anhalts organisiert, hat offensichtlich das richtige Händchen, einen Bandworkshop auf die Beine zu stellen. Zumal sich der in Jessen ungebrochenen Zuspruchs erfreut.

Zu den 25 Musikern, die in diesem Jahr dabei waren, zählten erstmals auch Jugendliche aus Neubrandenburg. Die drei Mitglieder der Band Verpockte Jungs, hatten extra schulfrei beantragt, um die Reise antreten zu dürfen. Sehr zur Freude der fünf Referenten. „Die Jungs sind richtig gut“, freute sich Bechler, als er sie das erste Mal spielen hörte. Trotz ihres jungen Alters von erst elf und zwölf Jahren, seien sie selbstbewusst im Auftreten und souverän auf den Instrumenten.

Diese Eigenschaften brauchen sie auch. Immerhin arbeiten Sänger und Gitarrist Finn Cornel (11), Drummer Artur (12) und Bassist Leon (12) derzeit im Studio an ihrer ersten Single „Hab dich voll gern“, drehen dazu ein Video und hoffen, dass ihr Song schon bald im Radio gespielt wird.

„Dass wir hier in Jessen dabei sein und üben dürfen, verdanken wir unserem Gesangslehrer Henry Stabel“, erläuterte Finn Cornel. Stabel habe auf die Jungs ein Auge geworfen, sie in seine persönliche Obhut genommen, ergänzte Bechler, der gleichsam darauf verweist, dass die Teilnahme am Workshop eigentlich erst ab 14 erlaubt sei. Doch die Ausnahme habe sich gelohnt, waren sich alle Teilnehmer einig.

Abgesehen von der jungen Band hatte der Workshop 2017 noch eine weitere Besonderheit aufzuweisen. Selten zuvor haben sich so viele Musiker mit Blasinstrumenten eingefunden.

Waren in den Vorjahren hin und wieder mal ein Saxophon oder eine Trompete anzutreffen, die man dann in eines der Projekte involvierte, so bestand dieses Mal die Chance, Flöte, Saxophon, Posaune und Trompete separat am Samstagabend beim Abschlusskonzert im Forum der Schule auftreten zu lassen. „Einige der Bläser gehören der Big Band des Gymnasium Wittenberg an. Deren Sound passt gut zu uns“, freute sich Marko Kappaun.

Anhaltender Erfolg

Der Dresdner zählt mit Bechler zu den Männern der ersten Stunde und hat seither jeden Workshop als Referent begleitet. „Es ist toll zu sehen, wie die Sache gewachsen ist, wie sie qualitativ zunimmt, welchen Zuspruch sie erfährt“, sagte er. Auch Ekkehard Bechler ist überaus zufrieden, wenn er auf die Entwicklung der vergangenen Jahre zu sprechen kommt.

„Besonders erfreulich ist, dass unser Bestreben letztlich auch wieder in die Schulen getragen wird. In einigen wurden dank des Interesses der Jugendlichen Schulbands gegründet und Bandräume wieder mit Leben erfüllt“, sagte er.

Fünf musikalische Projekte fanden im Rahmen des 14. Bandworkshops zusammen. Gemeinsam probte man von Donnerstag Abend bis Samstag Nachmittag, einigte sich auf einen oder mehrere Titel, die zur Aufführung kamen. Dabei war es nicht ungewöhnlich, wenn einzelne Akteure gleich mehrfach auf der Bühne standen. Selbst die Schlafenszeit verkürzten die Jugendlichen aus Liebe zur Musik freiwillig. Nur wenigen war angesichts das Auslebens ihres Hobbys nach einer ausgedehnten Nachtruhe zumute.

Angesichts des Fortschreibens der Erfolgsgeschichte freuen sich die Organisatoren schon heute auf das kleine Jubiläum im kommenden Jahr. Vor allem darauf, welche Überraschungen es dann für sie zu erleben gibt. (mz)