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Bandworkshop in Jessen Bandworkshop in Jessen: Suche nach richtigem Klang

Von Sven Gückel 27.10.2014, 12:56
Florian Karow (l.) und Johannes Döring sind beim Bandworkshop im Jessener Gymnasium in ihrem Element.
Florian Karow (l.) und Johannes Döring sind beim Bandworkshop im Jessener Gymnasium in ihrem Element. Sven Gückel Lizenz

Jessen/MZ - Gitarre, Schlagzeug und Gesang statt Mathe, Deutsch und Biologie. Jedes Jahr zu Beginn der Herbstferien wandelt sich das Gymnasium Jessen vom Hort des Wissens hin zum Mekka der Musik. Unter Federführung des Evangelischen Kirchenkreises Wittenberg erhalten Jugendliche hier vier Tage lang die Chance, ihr musikalisches Können zu verfeinern.

Auf einem Stuhl sitzend greift Tommy Hauptmann in die Saiten seiner Gitarre. Sein Blick wandert dabei permanent zwischen dem Instrument und seinem Gegenüber Daniel Kirchner. So wie Tommy Hauptmann aus Ruhlsdorf nimmt auch der Magdeburger Daniel Kirchner zum wiederholten Male am Bandworkshop im Gymnasium Jessen teil. Anfangs noch als einer von vielen lernwilligen Musikbegeisterten, mittlerweile als Dozent. Kirchners Gitarrenspiel fasziniert die Jugendlichen. So wie er möchten auch sie das Spiel mit Noten und Akkorden beherrschen. Mühelos, so scheint es, erzeugen Kirchners Finger Klänge, improvisieren Melodien, die den Zuhörer in einen echten Rausch versetzen.

Acht Projekte

Doch Daniel Kirchner ist nur ein Teil des Ganzen. Vielmehr kommt es darauf an, was die Gruppe unter seiner Regie musikalisch zu Wege bringt. Acht Projekte haben Workshopleiter Ekkehard Bechler und die sechs Dozenten geformt. Jeweils einem Schlagzeuger wurden dann Gitarristen, Basser, Keyboarder und Sänger zugeteilt. „Mitunter kannten sich die Mitwirkenden bereits aus den vergangenen Jahren, manche fanden erstmalig zusammen“, erläutert Bechler. Ausschlaggebend für die Wahl war die Stilrichtung, der die einzelnen Musiker ihre Aufmerksamkeit schenken. Rock, Pop, Blues, Reggae - alles war und ist beim Bandworkshop möglich. Entscheidend ist nur, dass das gesteckte Ziel erreicht wird. Und das lautet musikalische Vervollkommnung.

Dafür probten die 40 Jungen und Mädchen von Freitagabend bis Montagmittag. Schlaf, so der einhellige Tenor, lasse sich später nachholen. Dass die Veranstaltung bereits das elfte Mal durchgeführt wurde, macht sie im weiten Umland einzigartig. Ähnliche Vorhaben gab es auch schon in Brandenburg und Sachsen. Allerdings wurden sie dort nie so zur Perfektion geführt wie in Jessen. Was auch den Projektpartnern geschuldet sein dürfte, die den Bandworkshop unterstützen. Neben dem Kirchenkreis Wittenberg sind dies das Kinder- und Jugendpfarramt Magdeburg, das Gymnasium Jessen, das evangelische Kinder- und Jugendbildungswerk sowie das Sozialministerium Sachsen-Anhalts. „Dadurch ist es möglich, die Kosten für die Verpflegung der Jugendlichen und das Honorar für die Dozenten sicherzustellen“, sagte Bechler.

Trailer stellen Bands vor

Um seine Arbeit wie geplant umsetzen zu können, weiß Ekkehard Bechler ein gutes Team hinter sich. Allen voran Marko Kappaun, ein freiberuflicher Musikreferent, der bereits alle elf Workshops begleitete, und Christian Domnowsky aus Annaburg. Beide unterstützten Bechler schon in der Planungsphase des Projekts, gaben Tipps, ließen eigene Erfahrungen einfließen. Bechler selbst, der mehrere Instrumente spielt, widmete sich während des Workshops ausschließlich der organisatorischen Arbeit. Und selbst dabei gab es genug zu tun. Denn neben den Proben, für die sich die Newcomer mit ihren Dozenten in die Klassenräume der Schule zurückzogen, galt es Trailer anzufertigen, mit denen die einzelnen Bands beim Abschlusskonzert am Sonntagabend einem breiten Publikum vorgestellt wurden. Zudem hatte Bechler die Zuarbeit der Technik AG des Gymnasiums im Blick, dass die Lichtshow für das Konzert choreographierte.

„Es ist immer wieder erstaunlich, was am Ende des Workshops für Resultate präsentiert werden“, zeigte sich Daniel Kirchner begeistert. Noch am Samstag war er mit dem Sound seiner Band nicht ganz zufrieden, doch je mehr Zeit in die Probe investiert wurde, desto sorgenfreier wurden auch seine Gesichtszüge. „Alles braucht seine Zeit. Und dank der Musik finden hier die zuvor unterschiedlichen Wege Einzelner zusammen“, betonte er. Ein gutes Schlusswort, aber auch ein guter Anfang für den nächsten Bandworkshop in Jessen. (mz)