Arnsdorfer Männerfastnacht Arnsdorfer Männerfastnacht: Wenig Zeit zum Durchatmen im Gasthaus "Zur Sonne"

Arnsdorf/MZ/EJO - Platzmeister zu sein, ist kein Zuckerschlecken. Tanzen und ab und zu ein Gläschen leeren, das kann mit der Zeit an die Substanz gehen. Zumal, wie am Freitagabend in Arnsdorf, die Männerfastnacht nach Schätzung von Cornelia Klett (55) und Jana Wolter (40) bis drei Uhr früh gefeiert wird. Dabei hatten die beiden Platzmeister-Frauen keine Angst um die Kondition ihrer Männer Horst (60) und Mirko (43). „Die müssen das durchhalten. Das gehört dazu“, meinten sie, während im Saal das Antanzen zu Rhythmen der „Triple-S-Partyband“ lief.
„Da war das ganz anders“
Immer mehr Gäste strömten ins Gasthaus „Zur Sonne“, wo seit Jahren nicht nur Einheimische und die Feierwütigen aus dem Nachbardorf Leipa, sondern auch viele aus der Umgebung die Fastnacht begehen. 89 Besucher zählten Willi Andres und Lothar Danneberg, die vorm Saal den Einlass regelten. Dabei, so erklärten sie, käme die Jugend sowieso erst nach zehn Uhr abends. Da würde es dann noch voller. Erst um Mitternacht wollten die Beiden die Kasse schließen.
Doch so weit war es noch nicht und Cornelia Klett und Jana Wolter fanden einige Minuten, um von den Fastnachtsvorbereitungen zu berichten: Da Arnsdorfer und Leipaer zusammen feiern, wird auch in beiden Dörfern eingeladen. Aber nicht etwa durch die Wolters in ihrem Heimatort Leipa und die Kletts in Arnsdorf. Es gingen die beiden Frauen am 2. Januar durch Leipa und die Männer am 2., 3. und 4. Januar durch Arnsdorf. Letztere seien ganz „anständig“ nach Hause gekommen. „Als wir 1993 das erste Mal Platzmeisterpaar waren“, gestand Cornelia Klett, „da war das ganz anders.“
Vielleicht, so mutmaßten die beiden Frauen, lag das auch an der guten Grundlage, die sich die Männer bei Familie Moka angefuttert hatten. Dort war just an diesem Tag großes Schlachtefest. Auf die Frage, ob sie nicht aus diesem Grunde lieber in Arnsdorf hätten einladen wollen, antworteten die Damen ehrlich: „Nein, nein, wir sind nicht traurig. Wir wollten nicht so viel essen. Ein Sektchen und ein wenig Süßes waren o.k., mehr aber nicht, denn wir mussten doch auf die Figur achten. Schließlich wollten wir noch in unsere Fastnachtskleider passen.“
Schon Tage vorher aufgeregt
Beim Einladen wurden die kleinen Arnsdorfer und Leipaer nicht vergessen. Beide Trupps hatten eine Büchse dabei und sammelten so manchen Euro für die Kinderfastnacht am Samstagnachmittag. Kurt Post (elf) und Adrian Klett (neun), die als Platzmeister fungieren sollte, waren schon Tage vorher aufgeregt. Adrian war erst zufrieden, als er seinen Zylinder probiert hatte. „Zur Not“, meinte Oma Cornelia, „müsse die Einheitsgröße mit Papier ausgepolstert werden.“ Der Samstagabend gehörte der Generation facebook. Den Platzmeister-Hut hatte hier Sebastian Klett auf. An seiner Seite die bezaubernde Julia Kitzhofer.