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Tierparksafari Tierparksafari: Streicheleinheit für Karpfen

19.07.2013, 18:39
Vanessa Marie Lehmann (links) und Jasmin Hohmann streicheln einen Karpfen.
Vanessa Marie Lehmann (links) und Jasmin Hohmann streicheln einen Karpfen. Reiber Lizenz

Walbeck/MZ/JR - Mehr als 200 Kinder sind im Walbecker Tierpark auf Safari gegangen. Die Organisatoren um den Kreiskinder- und Jugendring haben dafür sieben verschiedene Stationen nicht nur im Tierpark selbst, sondern auch in der näheren Umgebung, eingerichtet. Am Fischteich von Hagen Hepach, eine der Stationen, konnten sich die Ferienkinder über die Fischaufzucht und die Imkerei informieren.

„Haben Fische eigentlich Ohren?“, fragte Hepach die Kinder bei ihrer Ankunft am Fischteich. „Klar, deswegen müssen wir doch beim Angeln leise sein“, rief eines der Kinder aus der ratlos schauenden Menge. Der Fischer erklärte dann immer noch lachend den Kindern, dass Fische tatsächlich Ohren haben, auch wenn man die nicht sieht. Erst danach durften sie auf den Steg, um die Fische zu füttern. Einige besonders Mutige legten sich bäuchlings auf die Holzplanken um die Fische aus ihrer Hand fressen zu lassen.

Jasmin Hohmann (9) und Vanessa Marie Lehmann (10) hatten am Teich so viel Spaß, dass ihre Erzieherin Nadine Geißler ordentlich Mühe hatte, die beiden Mädchen zum Aufbruch an die nächste Station zu bewegen. Besonders der Aal und der Karpfen, die Hepach vorübergehend in zwei Kunststoffwannen unterbrachte, hatten es ihnen angetan. Eifrig versuchten sie den Aal zu fangen. Mit großen Augen verfolgten sie den Fisch, als er Vanessa entglitt und sich wie eine Schlange an Land fortbewegte. So richtig konnten sie nicht einordnen, was der Aal da machte. Das sich dieser Fisch einige Zeit auch außerhalb seines Elements fortbewegen kann, wussten sie da noch nicht.

Erst als Hepach den Mädchen erklärte, dass so ein Aal auch an Land eine gewisse Zeit überleben kann, konnte man fast sehen, wie ihnen ein Stein vom Herzen fiel. Als ihnen Hagen Hepach dann auch noch einen Karpfen hin hielt und sie aufforderte, den Fisch zu streicheln, streckten die Mädchen erst zögerlich dem Karpfen die Hände entgegen und streichelten ihn dann mit zunehmender Begeisterung. „Der ist ja gar nicht so glitschig“, rief Jasmin ihrer Freundin zu, die sich dann ihrerseits auch dazu durchringen konnte, den großen Fisch zu berühren.

„Seht mal, der Karpfen hat auch Zähne“, sagte der Fischer den beiden Kindern. Als diese neugierig geworden nach den Zähnen suchten, erklärte ihnen Fischer Hepach, das sich die so genannten Schlundzähne weiter hinten im Rachen befinden.

Auch Lutz Seeber, von den Kindern nur Öko-Lutz genannt, staunte an der Öko-Station über das Interesse der Kinder an der Natur. Die konnten es kaum abwarten, mit Keschern und Bechern ausgestattet zu dem kleinen Bach hinunter zu klettern, um die dort im Wasser lebenden Kleinsttiere einzufangen, die dann in mit Wasser gefüllten Schalen auf einem Klapptisch ausgestellt wurden. „Viele wollten unbedingt länger bleiben“, freut er sich. Zu guter letzt haben auch die Tierparkbetreiber Grund zur Freude. Denn was von dem Geld, ein Teil der Spenden, die Landrat Schatz zum Neujahrsempfang einsammelte, übrig bleibt, bekommt der Tierpark.

Die Ferienkinder bestaunen ihre selbst gefangenen Kleinstlebewesen.
Die Ferienkinder bestaunen ihre selbst gefangenen Kleinstlebewesen.
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