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Spendenaufruf Spendenaufruf: Sportler der SG Friedeburg bitten um weitere Hilfe

Von katharina thormann 10.07.2013, 09:33

friedeburg/MZ - Das verbeulte Holzparkett ist rausgerissen, der feuchte Putz von den Wänden gehackt. Mehr geht nicht. Den Sportlern der SG Friedeburg sind die Hände gebunden, wenn es um ihre nahezu komplett zerstörte Turnhalle geht. Wie viele andere Gebäude im Ort wurde auch sie vor etwas mehr als einem Monat von den Fluten der Saale heimgesucht; bis zu einer Höhe von 1,20 Meter drückte die braune Brühe in die Räume. Geschätzter Schaden: 100 000 Euro. „Wir haben kein Geld, um unsere Sportstätte zu sanieren“, sagt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Heiko Ortmann. Auch die Hilfe von der Versicherung wird ausbleiben. „Die Halle war nicht gegen Hochwasser versichert“, hat Ortmann mittlerweile erfahren. Ob und wie es weiter geht mit dem Verein? Niemand weiß es.

Dabei war gerade erst die neue Kindergruppe gegründet worden. Die ist genauso zum Abwarten verdammt wie die Senioren. Und die Tischtennisspieler, die ebenfalls ihre komplette Ausrüstung in den Fluten verloren haben. Alle Tischtennisplatten sind aufgequollen. „Uns würde im Prinzip alles helfen“, sagt Abteilungsleiter Alfred Kauf. Auch Netze oder gebrauchte Tischtennisplatten, um zumindest provisorisch wieder trainieren zu können. Wie lange die Halle geschlossen bleibt? Ortmann kann da nur mit den Schultern zucken: „Wir haben bisher so gut wie keine Unterstützung bekommen.

Der Sportbund hat auf unseren Hilferuf bisher nicht reagiert und die Stadt Gerbstedt hat auch noch kein Geld vom Spendenkonto ausgeschüttet. Wir hängen ganz schön in der Luft.“ Denn auch die 500 Euro und ein Fußball - beides haben die Oldi-Kicker des Halleschen FC spendiert - sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Reichen wird der bisher einzige Beitrag für den Verein für den dringend benötigten neuen Fußboden aber noch lange nicht. Der stellvertretende Vereinsvorsitzende Ortmann rechnet mit Kosten in Höhe von 30 000 bis 40 000 Euro für einen hochwassersicheren und gedämpften Boden. Ein Neubau des gesamten Gebäudes an höherer Stelle im Ort komme wegen der noch höheren Kosten nicht in Frage.

Ortmann befürchtet sogar, dass es vielleicht nicht einmal etwas mit dem Fußboden wird: „So wie es klingt, werden wohl die Spenden vom Spendenkonto der Stadt in den Kindergarten fließen. Für uns wird wohl nichts übrig bleiben.“ Ob das tatsächlich so ist, bleibt offen. Gerbstedts Bürgermeister Siegfried Schwarz (CDU) war trotz mehrmaliger Versuche nicht telefonisch erreichbar. Indes überlegt der Verein, ein eigenes Spendenkonto einzurichten. „Bis dahin können sich alle, die uns unterstützen wollen, direkt beim Verein melden“, sagt Ortmann.