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Praktiker packt auch Theorie

Von Beate Thomashausen 13.01.2006, 17:12

Mansfeld/MZ. - Im Dezember vergangenen Jahres erhielt er in der Georg-Friedrich-Händel-Halle in Halle feierlich seinen Meisterbrief. Er schloss die Meisterschule als Bester seines Jahrgangs ab.

"Einen besten Jungmeister hatten wir bisher noch nie im Landkreis Mansfelder Land", freut sich Innungsobermeister Andreas Ahlhelm über den Erfolg des jungen Mansfelders. Ahlhelm und Paul Ruck, seines Zeichens Vorsitzender des Gesellenprüfungsausschusses, überreichten dem frisch gebackenen Jungmeister und Studenten am Freitag einen großen Blumenstrauß und überbrachten ihm sowie ausdrücklich auch seinem Lehrmeister Herbert Christel die Glückwünsche der Innung.

"Ich habe ihm damals gesagt, dass es nicht einfach wird, wenn er sich auf Lehrjahre in meiner Firma einlässt", gibt Herbert Christel schmunzelnd zum Besten. "Ich bin unbequem und verlange einiges von meinen Leuten." Weihrauch selbst sieht es heute als ein Plus für sich an, dass er schon in seiner Lehrzeit nicht nur mit einem Fach konfrontiert wurde, sondern alles machen musste. Der Chef selbst ist auch nicht nur in einem Fach firm, sondern Kfz-Handwerksmeister und Karosseriebaumeister. Seit 1996 betreibt er mit dem Autohaus Christel und Co Autoservice seine eigene Firma. Den frisch gebackenen Jungmeister lässt er nun mit einem lachenden und einem weinenden Auge ziehen. Schließlich ist der 64-Jährige auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger für den Betrieb.

"Hier komme ich aber nicht weiter", gibt der ehrgeizige junge Mann aber unumwunden zu. Nachdem er nun in der Theorie auch Blut geleckt hat, wie man so sagt, möchte er seinen Horizont und seine Möglichkeiten noch erweitern. "Als Ingenieur stehen mir dann viele Möglichkeiten offen", sagt Carsten Weihrauch, und er gibt auch seinen größten Wunsch preis. Er würde nach dem Fachhochschulstudium gern in die Fahrzeugentwicklung einsteigen.