Mansfeld-Südharz Mansfeld-Südharz: Schnupperwoche bei MKM
Grossörner/MZ. - Bis vor kurzem war für die 14-jährige Maren Suttner klar, dass sie später einmal Bürokauffrau werden möchte. Doch nach dem einwöchigem Praktikum bei der Mansfeld Kupfer und Messing GmbH (MKM) in Großörner, welches am Freitag endete, haben sich ihre Berufswünsche geändert. Die Schülerin aus Mansfeld könnte sich durchaus vorstellen, Verfahrensmechanikerin zu werden. "Auch wenn dieser Beruf fast eine Männerdomäne ist, würde mir diese Fachrichtung liegen", so ihr Fazit nach der Schnupperwoche.
Das Projekt, an dem sie sich beteiligte, nennt sich "Fit für die Industrie. Unternehmen und Schule orientieren auf Zukunft" und wird durch das Programm des Landes Sachsen-Anhalt und den Europäischen Sozialfonds gefördert. Schüler aus Sachsen-Anhalt hatten die Möglichkeit, sich mit einer Bewerbung, wie sie auch auf eine Lehrstelle erforderlich ist, zu bewerben. Unter ihnen wurden dann 15 ausgewählt, die tagsüber bei MKM einen Einblick in die Berufswelt erhielten.
"Mit Schülern zusammen zu arbeiten, war auch für uns neu", meinte Ausbildungsleiter Thomas Hense vom MKM. Auch er konnte durch das Projekt einiges lernen. Und möglicherweise schon die kommenden Bewerber, die in diesem Betrieb dann ausgebildet werden, kennenlernen.
Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit entweder in der Richtung Verfahrensmechanik, Elektronik oder Mechatronik reinzuschnuppern.
Neun Schüler der achten Klassen bewarben sich für ein Praktikum als Verfahrensmechaniker und hatten erstmals Kontakt mit den Werkstoffen Kupfer oder Stahl. "Ich hätte nie gedacht, dass ich mal einen Kerzenständer aus Kupfer fertigen kann", meinte Maren Suttner stolz. Über ihre eigene Handarbeit wird sich in Zukunft ihre Mutter freuen und wohl auch einen Ehrenplatz bekommen, wie das einzige Mädchen dieser Praktikumswoche erzählte.
Ebenfalls machte auch Robert Thum aus Röblingen erste Erfahrungen mit diesen Werkstoffen und stellte sich geschickt an, wie Ausbilder Thomas Siehrs berichtete. "Wir wollen hier erstes Wissen vermitteln und den Schülern zum Beispiel beibringen, wie sie Maße der Zeichnungen auf Werkstücke übertragen."
"Ich bin erstaunt, was man aus einem Stück Metall alles fertigen kann", meinte der Röblinger, dem besonders die Anfertigung eines Würfels aus Stahl imponierte. "Ich möchte hier einen guten Eindruck hinterlassen und mich in diesem Betrieb später als Lehrling bewerben", ist der 16-Jährige sich sicher. Ob er später nun die filigrane Arbeit als Verfahrensmechaniker oder doch lieber den Beruf des Gießers erlernt, dessen ist er sich noch nicht sicher.
Auch im Bereich Elektronik gab es viele begabte junge Männer, wie dort der Ausbilder Jochen Illmer bestätigte. "Zum Bestücken einer Leiterplatte braucht man schon ein ruhiges Händchen" bestätigte der ehrgeizige Felix Nawrocki aus Hettstedt.
Am Ende dieser Woche hatten auch die Elektroniker ein Werkstück geschaffen, das sie als Andenken mit nach Hause nehmen konnten. Der 15-Jährige hat ein kleines elektronisches Teelicht gebaut, welches auf Antippen die Helligkeit wechselt.
Das Resümee der Jugendlichen als auch der Ausbilder war durchweg positiv. Eine weitere Chance für ein erneutes Praktikum bei der Mansfeld Kupfer und Messing GmbH würden die Schüler gern wieder wahrnehmen.
Die Ferienarbeit hat sich gelohnt, denn das Abschlusszertifikat erleichtert vielleicht eine mögliche Bewerbung in diesem Betrieb, wie Ausbildungsleiter Thomas Hense andeutete.