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Mansfeld-Südharz Mansfeld-Südharz: Bürger beklagen Verhältnisse im Park von Gerbstedt

Von burkhard zemlin 31.10.2012, 17:31

gerbstedt/MZ. - Was gefällt den Gerbstedtern in ihrer Stadt und was finden sie weniger gut? Was würden sie verändern und wie kann die Stadt in Zukunft sauberer werden?

Auf diese Fragen haben 20 bis 30 Hortkinder der Grundschule Gerbstedt Antworten gesucht. An einem Markttag sind sie in kleinen Gruppen losgezogen und haben viele Leute angesprochen. Und waren nicht wenig überrascht, wie bereitwillig und ernsthaft die Erwachsenen ihnen Antwort gaben.

Hortleiterin Marion Breitenbach fasst zusammen, was die Gerbstedter als besonders positiv in ihrer Stadt hervorgehoben haben: "Immer wieder wurde der Markt genannt mit seinen sanierten Häusern. Das Museum gefällt den Menschen und dass viele Straßen und Gehwege in Ordnung gebracht worden sind."

Im Gegensatz dazu gibt es in der Stadt aber viele leerstehende Häuser, die immer mehr verwahrlosen. Ein Ärgernis ist für viele auch der Park, der doch vor gar allzu langer Zeit einmal schon so schön gestaltet war. Schade um die viele Arbeit, die dort über Jahre geleistet wurde. "Der Barfußpfad ist zerstört", nannte Marion Breitenbach ein Beispiel, das die Kinder des öfteren zu hören bekamen.

Dass einige Leute ihre großen Hunde im Park frei herumlaufen lassen, auf Motorrädern durch das Gelände rasen oder mit Spraydosen die Wände besprühen, ärgert viele der Befragten ebenfalls. Nicht wenige hätten gesagt, dass es schön wäre, wenn wieder Geld für die Bürgerarbeiter da wäre. Als diese nämlich noch im Einsatz waren, habe die Stadt Tiptop ausgesehen.

Sehen die Gerbstedter nun eine Möglichkeit, die Stadt auch ohne Bürgerarbeiter in Ordnung zu halten? Auf die Frage, was getan werden kann, damit es sauberer wird auf den Straßen, konnten die Kinder einige Ideen notieren. Zum Beispiel die, dass jeder nicht allein nur vor seiner eigenen Haustür kehren sollte, sondern auch noch nebenan, falls dort keiner mehr wohnen sollte, der das Unkraut wegmacht oder wenn der Nachbar vielleicht schon so alt und gebrechlich ist, dass er das nicht mehr schafft.

Doch ganz ohne Bürgerarbeiter oder eine Stadtreinigung, die sich um öffentliche Wege und Anlagen kümmert, werde Gerbstedt wohl auf Dauer kaum sauberzuhalten sein. Mit Nachbarschaftshilfe sei ganz sicher so einiges möglich, aber eben auch nicht alles, haben die Gerbstedter den Hortkindern zu verstehen gegeben. Und diese haben die Antworten nicht einfach nur aufgeschrieben, sondern über einen längeren Zeitraum die Stadt zielgerichtet erkundet, haben sich die erwähnten schönen und weniger schönen Ecken angesehen und fotografiert und Bilder gemalt.

Renate Prütz hat das Projekt zum größten Teil betreut, bei dem unterm Strich eine ansehnliche Mappe herausgekommen ist, die zwei Schüler aus der 4. Klasse an Ortsbürgermeisterin Barbara Höhndorf (SPD) übergeben haben. Jensen und Lucy berichteten dabei frisch und frei über die Vorgeschichte des Projekts.

"Wir haben gesehen, dass manche Stellen in Gerbstedt nicht so schön sind", begann Jensen und fuhr fort, dass dann darüber im Hort gesprochen wurde. Und so kam es zur die Idee mit dem Projekt, wobei Marcel, Robert und Robin so eine Art Vorreiter waren, wie die Hortleiterin anmerkte.

Barbara Höhndorf hat sich sehr über das Projekt gefreut. Sie findet es gut, dass sich die Kinder für ihre Stadt interessieren, dass sie Denkanstöße geben und versprach, die Mappe mit in den Ortschaftsrat zu nehmen. Wie dort die Räte auf das Projekt reagieren werden, darauf sind nicht nur die Kinder sehr gespannt.