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Zeitkunst-Galerie Zeitkunst-Galerie: Hundeporträts in südlichem Flair

Von Steffi Schültzke 03.09.2002, 18:48

Halle. - Grosseto muss im Süden liegen. Betrachtet man die gemalten Landschaften und Stadtansichten von Günther Rechn, stellt sich die Frage nach der geografischen Lage seiner Motive eigentlich nicht. Mauern, Häuser, Brunnen sind in mediterranes Sonnenlicht getaucht. Der Himmel hebt sich fast unnatürlich blau von den ocker- bis beigefarbenen Gebäuden ab. Im toskanischen Grosseto und Limberg, einem Ort nahe Cottbus, lebt und arbeitet der Künstler.

Mit Ölbildern von Günther Rechn und Keramiken von Astrid und Gerd Lucke präsentiert die Zeitkunst-Galerie zurzeit drei Künstler, deren berufliche Wurzeln in Halle liegen, die aber seit Längerem nicht mehr in der Stadt leben. Mit dieser Auswahl hatten die Galeristinnen Jutta Wittenbecher und Carola Tröbner den Nerv ihres Publikums getroffen, denn zur Ausstellungseröffnung platzte nicht nur die Galerie aus allen Nähten, die Kleine Marktstraße verwandelte sich in ein turbulentes Straßencafé.

Neben italienischen Impressionen und Stillleben bilden auch die meisten von Rechns Hundeporträts - "Chihuaha", "Dogge und Pinscher" oder auch "Schwarze Dogge" - den gemütlichen Teil seiner Malereien. Pastose Farbflächen, wenige Bildelemente und historisch anmutenden Rahmungen vermitteln einen Eindruck friedlichen Situationen. Anders in der dreiteiligen Reihe "Pitbull", die die aggressiven Tiere ineinander verbissen darstellt. Dynamische Pinselstriche und unruhige Farben unterstreichen die Wucht der tierischen Auseinandersetzung. Es sind diese belebten Bilder, in denen die malerische Nähe Rechns zu seinen Lehrern, Willi Sitte und Hannes H. Wagner, hervortritt.

Auch Astrid und Gerd Lucke sind ihre ersten künstlerischen Schritte an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein gegangen. Gerd Lucke war als Werkstattleiter tätig, Astrid Lucke studierte Keramik. Beide leben und arbeiten seit 1984 freischaffend in Weißenfels. Sie zeigen zum Teil objektartige Vasen und Schalen mit runden und organischen Formen.

Die Arbeiten sind noch bis 4. Oktober in der Zeitkunst-Galerie zu sehen.