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Wolfsjunge mit Mut zur Lücke

Von Kornelia Privenau 30.07.2008, 16:17

Petersberg/MZ. - Der frechste unter den Jungen knurrte laut, schnappte nach Strauß und biss ihn in den linken Arm. Auf Tuchfühlung gingen Strauß und seine Mitarbeiter Gerhard Meier und Günter Kammer mit den Raubtieren, weil die dritte tierärztliche Untersuchung samt Impfung anstand.

Die erwachsenen Tiere, Mutter Freya, Vater Nanuk und Eric, nahmen den menschlichen Einsatz zwar immer noch gelassen, aber doch sichtlich nervöser als bisher. Tierärztin Jessica Ferling impfte die Tiere, diesmal mit einem Serum gegen Tollwut und Borelliose, die durch Zeckenbisse übertragen werden kann. Und die nötige Wurmkur gab's diesmal als Tablette. Behandlungszimmer war erneut die Schleuse am Wolfsgehege.

Während die weißen Wölfe Nachwuchs und Menschen nicht aus den Augen ließen, zeigten die Jungen "Mut zur Lücke" - die Milchzähne fallen jetzt alle aus, das zweite, starke Gebiss ist gut erkennbar. Auch diese Tatsache ist für die Veterinärmedizinerin und den Tierparkchef ein Argument zu sagen: "Die nächste Untersuchung wird wohl nicht mehr ohne Narkose möglich sein." Die Frage dürfte nur lauten, ob die Jungen oder die Alten betäubt werden müssen.

Die Jungen sind gesund und "fit wie Turnschuhe", sagt die Tierärztin. Nun wird es auch langsam Zeit, ihnen Namen zu geben. Im Tierpark ist es Tradition, die Besucher entscheiden zu lassen. Zettel mit den Vorschlägen kann man im Tierpark bekommen.

Alle Einsendungen kommen in einen großen Lostopf. Unter den Teilnehmern werden Familienjahres- und Familientageskarten verlost, sagt Sascha Strauß. Der Wettbewerb läuft bis zum 10. Oktober. Dann findet die "Lange Nacht im Tierpark" mit der Verlosung der Gewinner statt. Sie werden - sofern sie nicht anwesend sein können - mit der Post benachrichtigt, so Strauß.